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Sonstiges: Das ist die BossGP

Sonstiges: Das ist die BossGP

von Daniel Geradtz

Die BossGP ist eine beliebte Rennserie, bei der die Piloten die Möglichkeit haben, in die Jahre gekommene Formel-Fahrzeuge einzusetzen. Wir erklären, was dahinter steckt.

BOSS_GP_Logo_-_black| Hockenheim (!NS!DE-RAC!NG) - Bereits seit dem Jahr 1970 gab es mit der Interserie einen Vorreiter der heutigen BOSS GP Meisterschaft. Auch dort waren Boliden verschiedener Rennserien und Jahrgänge zugelassen. Jedoch gab es einen entscheidenden Unterschied, Damit die Formel-Fahrzeuge startberechtigt waren, mussten Umbaumaßnahmen in jener Art erfolgen, dass die Räder nicht mehr freistanden, sondern verkleidet waren. Auch Boliden der US-amerikanischen Can-Am Serie, die als Vorbild galt, oder Sportwagen der Gruppe 5 waren regelmäßig in den Starterlisten zu finden.

Schon früh hatte die Serie eine internationale Fangemeinde. Aufgrund des großen Zuspruchs im damaligen Ostblock, wagte man schon früh den Gang auf die andere Seite des eisernen Vorhangs. 1979 fand das erste Rennen auf der Strecke im Tschechischen Most stand. Die Formel 1 kam erst sieben Jahre später.

Unter dem allgemeinen Niedergang der Sportwagenszene begann auch die Interserie zu leiden. Nach einem starken Teilnehmerschwund, der 1998 gar die Serie beängstigte, richtetet man sich ab 1999 neu aus und ließ fortan auch Mono- posto in ihrer Ursprungsform zu. In der gleichen Zeit begann auch die heutige BOSS GP Fuß zu fassen. Seitdem konnten sich beide Meisterschaften etablieren.

Reichtum und Glamour

Seit jeher gilt der Motorsport als Tummelplatz für die Reichen und Schönen. Zumindest die erstgenannten sind auch bei der BOSS GP zu finden. Den neben einigen zehntausend Euro, die für einen Boliden aus Nachwuchsserien wie der World Series by Renault mindestens auf den Tisch gelegt werden müssen, kommen die Einsatzkosten hinzu. Diese belaufen sich auf mindestens weitere 10.000 Euro je Rennwochenende, welches neben Training und Qualifikation aus zwei Rennen mit einer Länge von 20 beziehungsweise 25 Minuten besteht. Doch was die Arbeit an der Strecke angeht, unterscheiden sich die Teams erheblich, wie Serien Koordinator Christian Gaenser weiss: „Einige Fahrer machen wirklich alles alleine. Sie sitzen im Cockpit, schrauben nachher aber auch zusammen mit ihrer Frau am Fahrzeug. Andere reisen hingegen mit acht Mechanikern pro Fahrzeug an.“

002_HOCMit Besonders viel Hingabe zum Sport geht Carlos Tavares an den Start. Der zweite Mann des Automobilherstellers Renault reist jedes Mal von der Pariser Konzernzentrale an. Auch zu früheren Zeiten, als er noch für Nissan in New York und Tokio tätig war, liess er kein Rennen der Serie aus. Höhepunkt war für den Portugiesen in verschiedener Hinsicht das Rennen am Nürburgring im Jahr 2010. Für Tavares ging es in dieser Saison um den Gesamtsieg in der Master-Wertung. Aufgrund einer Verschiebung des Flugplans konnte der Fahrer eines Dallara SN01 aus der Nissan World Series nicht am Samstagsrennen teilnehmen. Erst am Sonntag traf er kurz vor dem Rennstart in der Eifel ein, absolvierte das Rennen und verabschiedete sich wieder in Richtung Japan. Am Ende der Saison rächte sich das Versäumen des Rennens. Mit nur acht Zählern Rückstand belegte Tavares in der Gesamtwertung den zweiten Rang.

Die Boss GP ist aber bei weitem keine Meisterschaft, in der nur „alte Herren“ an den Start gehen. Immer wieder absolvieren auch junge Piloten Gaststarts, um weitere Praxis auf ihrem Karriereweg zu erhalten. Man kann zwar die sehr begrenzte Zeit auf der Strecke weniger als wichtigen Test verbuchen. Doch immerhin erweitert es den Erfahrungsschatz eines Piloten, dessen Ziel höhere Formelklassen sind. So nahm der ehemalige ATS F3 Cup Fahrer Bernd Herndlhofer im vergangenen Jahr an den beiden Rennwochenenden in Spa-Francorchamps und Spielberg teil.

Schwieriger Kalender

Für den ehemaligen F1-Teamchef von Minardi war der historische Motorsport das Sprungbrett zu höheren Aufgaben. Er startete als Fahrer in der damaligen EuroBOSS, war außerdem der Meistermacher von Nigel Greensall in der historischen Formel 1 WM. Anschließend wurde er Teamchef des italienischen Rennstalls, dessen Namensrechte er zum Teil hält und bis in die US-amerikanische Champcar führte.

Für Serienkoordinator Gaense ist es bei der Erstellung des Rennkalender immer schwierig, den Spagat zwischen hoher Aufmerksamkeit und den Interessen der Teilnehmer, hinzubekommen. „Wir haben immer eine Menge Angebote, aus denen wir den Kalender zusammenstellen können. Dabei ist es auch wichtig, auf die Teams zu achten. Das sind alles keine Profirennställe. Die meisten müssen spätestens dienstags wieder im Büro erscheinen. Aus diesem Grund sind Rennen in weiter entfernten Regionen nicht sinnvoll“, führt er aus.

Bei den Rennwochenenden müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Ordnet man sich einer größeren Serie unter, darf dies nicht auf Kosten der BOSS GP passieren. „Für unsere Fahrer ist ein Rennen im Rahmen der DTM durchaus reizvoll. Wären wir aber im Zeitplan morgens um 8 Uhr die ersten und abends um 18 Uhr die letzten Programmpunkte, würde dies unseren Fahrern auch keinen Spaß machen“, sagte Gaense noch im vergaagenen Jahr. Für die aktuelle Saison konnte man sich einigen. Beim nächsten DTM-Lauf am Nürburgring werden die Serien gemeinsam antreten.

Eine Optimale Möglichkeit bietet auch das Formel 3 Masters in Zandvoort. Es ist nicht nur über Jahre hinweg eine ausverkaufte Veranstaltung, sondern findet auch in den Medien Präsenz. Die wichtigsten Geschehnisse, darunter auch die Rennen der Rahmenserien, werden live im niederländischen Fernsehen übertragen. Nicht zuletzt sind die zahlreichen Piloten aus den Benelux Ländern Anziehungspunkte für die Zuschauer.

001_IRAuch der Konfrontation mit der historischen Formel 1 Meisterschaft geht man nicht aus dem Weg. Denn so gleich beide Meisterschaften auf den ersten Blick scheinen, so unterschiedlich sind sie am Ende trotzdem. „Wir sehen eigentlich keine Konfrontationspunkte. Die historische F1 lässt maximal Fahrzeuge ab 1985 zu. Da kommen wir nicht heran“, beschreibt Gaense das freundschaftliche Verhältnis. Außerdem sei es so, dass die BossGP eine deutlich größere Freiheit im technischen Regelwerk bieten würde. Man lege gar einige Veranstaltungen bewusst zusammen, um die ganze Bandbreite des Motorsports abzudecken.

Beide Serien sind auf eine Sache besonders stolz. Auch wenn in den Starterfeldern echte Traditionsstücke vertreten sind, werden richtige Rennen gefahren. Es wird auf der Strecke gekämpft. Daran änderte sich auch beim Start zur aktuellen Saison in Hockenheim nichts. Klaas Zwart, der beide Rennen gewann, hatte wahrlich kein einfaches Wochenende. Beim ersten Rennen kämpfte sich der Niederländer nach einem Dreher wieder zurück an die Spitze, im zweiten Lauf wurde er durch eine Drive-Through Strafe nach hinten geworfen. Grund war eine Situation beim Vorstart. Zwart konnte nicht rechtzeitig in die Einführungsrunde starten, das gesamte Feld war bereits an ihm vorbeigezogen. Der Pilot eines ehemaligen Jaguar aus der Formel 1 dachte, er könne wieder seine ursprüngliche Position einnahmen. Die Regeln sehen in diesem Fall aber vor, dass ein Fahrer von ganz hinten startet. Dennoch reichte es wieder zum Sieg, was angesichts der untermotorisierten Konkurrenz keine große Überraschung war. DG

Fotos: BossGP, Hockenheimring, !NS!DE-RAC!NG

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