"Wussten S!E, dass...?": Wer ist der älteste noch Lebende F1-Fahrer?

Geschrieben von: Roland Schäfges. Veröffentlicht in "Wussten S!E, dass...?"

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"Wussten S!E, dass...?": Wer ist der älteste noch Lebende F1-Fahrer?

 

Wissen Sie, das der älteste noch lebende Formel 1 Fahrer derzeit ein Deutscher ist?

| 2. AUSGABE: Wussten S!E, dass mit ganz genau 97 Jahren und 179 Tagen (Stand 15.12.2008) der am 20. Juni 1911 geborene Freiburger Paul Pietsch, ältester, noch lebende Formel 1 Fahrer ist? Der Breisgauer startete bei insgesamt drei Weltmeisterschaftsrennen. Dabei gab er sein Formel 1 Debüt, mit 48 Jahren, als erster Deutscher überhaupt, schon 1950 beim Großen Preis von Italien. Jedoch musste er nach 6,3 km, von Platz 25 gestartet, seinen „Paul Pietsch-Maserati“ mit Motorschaden aufgeben. Das Rennen im Königlichen Park von Monza sollte das einzige Formel 1 Rennen mit dem eigenen Team bleiben.

Beim insgesamt dreizehnten Formel 1 Rennen der Geschichte und dem ersten Großen Preis von Deutschland in der Formel 1 überhaupt, startete Pietsch auf einem Pirelli-Bereiften Werkswagen von Alfa Romeo. Mit dem Alfa 159 hatte er den längsten Spaß im Rahmen eines Formel 1 Rennens. Der von Platz 7 gestartete Deutsche fuhr bei seinem Heimrennen insgesamt 273 problemlose Kilometer.
Bis er jedoch kurz vor Schluss verunfallte. Der Teamkollege von Juan Manuel Fangio sah somit auch bei seinem zweiten Formel 1 Rennen das Ziel nicht.

Seinen dritten und letzten Grand Prix fuhr der als Verleger bekannt gewordene Motorsportler, wie bereits in der letzten Ausgabe beleuchtet, auf einem Veritas des eigenen „Motor Presse“ Team. Wie im Jahr zuvor konnte er sich für Startplatz 7 qualifizieren. Dabei lies er mit einer Zeit von 10:56,300 min. sogar Formel 1 Star Jean Behra hinter sich. Diese Freude hielt jedoch nicht lange. Nach 22,8 Kilometer war vor dem Pflanzgarten mit Getriebeschaden Schluss.

Was viele nicht Wissen. Auch vor dem zweiten Weltkrieg startete Pietsch bereits bei vielen Grand Prix Rennen. Jedoch anderes als die anderen Deutschen Grand Prix Stars jener Zeit fuhr der Badener meistens mit Italienischen Fahrzeugen. So startete er seine Karriere beispielsweise mit Autos aus den Häusern Bugatti und Maserati. 1933 und 1934 starte er für Alfa Romeo bei einigen Bergrennen. Von diesen konnte er viele gewinnen.
Im Jahr 1935 wurde Auto Union auf den damals 24-jährigen Rennfahrer aufmerksam. Mit dem schwierig zu fahrenden Wagen mit Heckmotor konnte er sich nie recht anfreunden und so blieb ein geteilter dritter Platz beim GP von Italien sein bestes Ergebnis. Im Herbst 1936 beendete er frustriert die Versuche mit den deutschen Silberpfeilen.
Somit er ab dem Jahr 1937 einen privaten Maserati einsetze. Zwei Jahre später, beim Großen Preis von Deutschland 1939 erlebte er seine Sternstunde: In der zweiten Runde setzte er sich an die Spitze des Feldes. Unter den Augen von Reichskanzler Adolf Hitler dominierte er gegen die übermächtigen Silberpfeile. Viele Experten sind sich heute einig, das er wohl gewonnen hätte, wären nicht kurz vor Schluss Brems- und Zündprobleme aufgetreten. Somit konnte er sich noch auf einen starken dritten Platz ins Ziel retten

Nach seiner Motorsportkarriere konzentrierte er sich auf die Verlegertätigkeit. Dabei gab er zahlreiche Motorsportzeitschriften und Bücher heraus und wurde Mitgründer des Verlags Motor Presse Stuttgart. Trotz des hohen Alters wirkt er bis heute in dieser Branche mit.

Ihr Roland Schäfges


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Antwort Online: 22. Dezember 2008 ab 22:30h bei !NS!DE-RAC!NG

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