F1: Galica - Die Divina

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Olympia und Formel-1 - und eine Frau. 

F1: Galica - Die Divina

von Michael Zeitler

Olympia und Formel-1 - und eine Frau.

| Daytona (!NS!DE-RAC!NG) - Seit Danica Patrick beim Daytona-500 die Pole-Position geholt hat, wird auch in F1-Kreisen gefragt: Wann fährt wieder eine Frau mit? Die letzte: Giovanna Amati, eine sympathische Italienerin – aber nicht nur wegen des schwachen Brabham Judd nie qualifiziert. Genauso wie auch Divina Galica sich nie für ein F1-WM-Lauf qualifizieren konnte. Dabei war die Britin stets eine wirklich schnelle Frau – auf der Piste und auf der Rennstrecke.

Auf der Piste in ihrer Zeit die beste Britin: Keine war auf Skiern schneller als sie. Zwei Mal nahm sie an den Olympischen Spielen teil, 1964 und 1968. Beste Weltcup-Platzierung für Galica war Rang elf in der Abfahrt 1968. Die heute 66-Jährige ließ ihre Winterkarriere in den 70er Jahren ausklingen und entdeckte durch Zufall eine Sportart für den Sommer: Den Motorsport. Das ist nicht ungewöhnlich: Gerade viele Skispringer wie Janne Ahonen, Adam Malysz oder Sven Hannawald fanden zuletzt den Weg in den Rennsport: Malysz bei der Rallye Dakar, Ahonen bei Dragster-Rennen, Hannawald in der ADAC-GT-Meisterschaft.

Galica entdeckte ihr Renntalent per Zufall. So rasant wie sie früher die Skipisten runter düste, so rasant war ihr Aufstieg im Rennsport: Damals gab es auch noch eine britische F1-Meisterschaft, abseits der F1-WM. Galica war mit von der Partie, mit ordentlichen Ergebnissen: 1976 wurde sie in der Gesamtwertung Vierte, 1977 Sechste. Gefahren ist sie dabei einen Surtees Ford. Das Team wurde von einem heute sehr bekannten Mann geleitet: Charlie Whiting, zusammen mit seinem Bruder Nick Whiting. Charlie Whiting ist heute Rennleiter der Formel-1, startet die Rennen, nimmt die Strecken ab, inspiziert die Fahrzeuge auf Regelkonformität. Sein Bruder Nick war einst selbst Rennfahrer, Whiting arbeitete an seinen Boliden und kam so zum Motorsport.

Zusammen mit Charlie Whiting kam Divina Galica auch in die F1-WM, zu Hesketh. Zuvor versuchte sie sich schon beim Großbritannien GP 1976 mit ihrem Surtees Ford vergeblich zu qualifizieren und auch bei Hesketh kam sie nie in die Startaufstellung. Dabei hatte sie wirklich Talent. Beim Race of Champions 1977, einem nicht zur WM zählenden F1-Lauf, gewann der amtierende Weltmeister James Hunt – Galica wurde mitten im stark besetzten Feld Zwölfte.

Dem Rennsport ist sie bis heute verbunden geblieben: Bis 2005 war sie Vizepräsidentin der berühmten Rennfahrerschule von Skip Barber. Jetzt arbeitet sie für iRacing.com an Rennsimulationen.


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