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Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: Alle 22 F1-Fahrer 2013 - 5. Charles Pic

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Alle 22 F1-Fahrer 2013 - 5. Charles Pic

 von Michael Zeitler

 

Charles Pic ist der neue Hoffnungsträger von Caterham.

Grün ist die Hoffnung: Fährt Charles Pic die ersten Punkte für Caterham ein? ©Caterham| Melbourne (!NS!DE-RAC!NG) - Erinnern wir uns zurück an den Brasilien GP, dem Saisonfinale 2012. Durch einen starken elften Platz hat Vitaly Petrov das Caterham-Team in allerletzter Minute auf Rang zehn in der Konstrukteurswertung gebracht. Der Russe wurde gefeiert, aber über den Winter gab es immer wieder Gerüchte, dass Caterham eher Charles Pic feiern sollte: Hat er sich in Interlagos zurückgehalten und hat Petrov nicht mehr attackiert? Wohl wissend, dass er 2013 für das Caterham-Team fahren wird und Caterham das Mehrgeld an TV-Einnahmen als Zehnter genauso gut brauchen kann wie Marussia.

Beweisen lässt sich das nicht. Unterstellen wollen wir das erst recht nicht. Fakt ist auf jeden Fall: Die Zukunft von Charles Pic heißt Caterham und die von Caterham wohl Charles Pic. Der 22-Jährige soll bei Caterham einen mehrjährigen Vertrag unterschrieben haben. Pic bringt eine Menge Gelder von seiner Familie mit. Sein Vater ist der Generalimporteur von Mercedes-LKWs nach Frankreich. Sein Transportunternehmen wirft sehr viel Geld ab, das Vater Pic auch immer wieder in die Karriere junger Fahrer steckt.

Olivier Panis zum Beispiel kam in den Genuss der Pic-Gelder. Er ist der letzte französische GP-Sieger, damals 1996 in Monaco auf einem Ligier Mugen Honda. Panis fuhr von 1994 bis 2004 insgesamt 157 WM-Rennen für Ligier/Prost, BAR und Toyota. 2009 und 2011 belegte er im Oreca-Team von Hugues de Chaunac jeweils den fünften Platz beim 24-Stundenrennen von Le Mans, 2009 auf einem Oreca-Judd, 2011 mit einem Kunden-Peugeot. Panis erfüllte auch schon Managementaufgaben, leitete zum Schluss etwa das französische A1GP-Team, oder jetzt eben junge Rennfahrer. Darunter fällt sein Sohn Aurelién Panis, der 2013 für das RC-Team im Formel-Renault-2.0-Eurocup fahren wird. Aber eben auch Charles Pic, seit 2012 ist Panis sein Manager.

Jetzt fließen die Pic-Gelder natürlich in die familieneigenen Rennambitionen. Denn neben Charles Pic fährt auch noch dessen Bruder Arthur Pic Rennen. Auch schon auf einem sehr hohen Level: Seit 2011 fährt er in der Formel-World-Series-by-Renault. 2011 war es für Tech-1 eine sehr enttäuschende Saison, im letzten Jahr wurde er mit DAMS immerhin Gesamt-Achter, gewann auch ein Rennen in Moskau. Auch Charles Pic fuhr zwei Jahre in der WSbR, 2008 und 2009 für Tech-1. Insgesamt gewann er dabei vier Rennen, wurde 2008 Gesamt-Sechster, 2009 Gesamt-Dritter.

Danach wechselte Charles Pic in die GP2. Erst fuhr er für Arden, dann wechselte er zum Addax-Team. Drei Rennen gewann er und seine Grundschnelligkeit stellte Pic vor allem 2011 bei Addax unter Beweis, in dem er drei Mal auf Pole-Position raste. Das Jahr schloss er als Gesamt-Vierter ab. Es war also durchaus ein gutes Jahr für Charles Pic.

Viele Experten gingen davon aus, dass auch Arthur Pic in die GP2 wechseln würde. DAMS startet ja in beiden Rennserien. Doch er wird eine dritte Saison in der WSbR starten, für das neue AV-Team, hinter dem der noch sehr junge Ex-WSbR-Pilot Adrian Vallés aus Spanien steckt. Wenn Arthur Pic auch noch in die Formel-1 kommt, dann hat die Königsklasse endlich wieder ein Bruderpaar. Wie schon fast ein dutzend Mal vorher – aber nur selten fuhren beide Brüder zusammen in der Formel-1. So wie das erfolgreichste Bruderpaar: Michael und Ralf Schumacher. Aus Deutschland gab es auch noch Manfred und Joachim Winkelhock. Beide wurden unter ferner liefen geschlagen, durch schlechtes Material, bei Manfred aber auch durch dessen Unfalltod.

Derzeit spricht auch wieder jeder von den Rodriguez-Brüder aus Mexiko, weil alle gespannt sind, ob Sergio Perez die beiden erfolgreichsten F1-Mexikaner in den Statistiken schlagen kann. Pedro und Ricardo Rodriguez verstarben dem Unfalltod. Pedro ging als zweimaliger F1-Sieger. Emerson Fittipaldi und Wilson Fittipaldi taten sich in den 70er Jahren sogar zusammen und stampften ein brasilianisches F1-team aus dem Boden. Weltmeister wurde Emerson aber nur vorher mit Lotus und McLaren. Teo und Corrado Fabi wechselten sich 1983 im Brabham-Cockpit sogar ab! Jody Scheckter wurde 1979 F1-Weltmeister, Ian Scheckter wurde südafrikanischer F1-Meister, fuhr in der WM aber nur fallweise. Jack Brabhams Sprösslinge David und Gary Brabham waren auch beide in der Formel-1 aktiv, allerdings längst nicht so erfolgreich wie ihr dreimaliger WM-Vater. David liebäugelt mit einem Comeback – allerdings des Brabham-Rennstalls. Es gab auch noch die Stewarts (Jackie stellte als dreimaliger Weltmeister Ian und Jimmy aber klar in den Schatten), die Villeneuves (Gilles und Jacques, der Bruder, nicht der Sohn, der 1997 mit Williams Weltmeister wurde), die Whiteheads und die Brambillas.

Folgen also bald die Pics? Charles hat sein F1-Cockpit zunächst sicher und vielleicht hat der Papa auch noch ein paar Geldscheine für Arthur übrig. Beide sind zweifellos talentiert. Dass Väter stolz auf Söhne sind, ist nicht ungewöhnlich. Und es ist auch nicht neu, dass Väter ihren Söhnen F1-Cockpits erkaufen: 1990 kaufte sich Karl Foitek sogar beim Onyx-Team ein, damit sein Sohn Gregor Foitek einen F1-Platz hatte. Und Pedro Diniz hatte mit Abílio Diniz ebenfalls einen schwerreichen Vater. Und das waren längst noch nicht alle Beispiele.

Vielleicht kommt Arthur Pic sogar ins Caterham-Team. Caterham sieht die Zukunft auf jeden Fall in Frankreich. Mit Cyril Abiteboul hat man inzwischen einen französischen Teamchef. Die Partnerschaft mit Renault wird vertieft – auch über die F1-Kundenmotorlieferung hinaus. Caterham hat 50% der Renault-Tochter Alpine gekauft. Zusammen wird man nun auch Automobile entwickeln. Bei Caterham hat man sich inzwischen damit abgefunden, dass der Anschluss in der Formel-1 an das Mittelfeld dauert. Die Ziele sind längst neu definiert worden. Jetzt geht es darum für die Zukunft ein Firmenimperium aufzubauen, das selbst tragend ist. Das heißt, dass man sich nicht nur auf die Rennambitionen beschränkt (neben dem F1-Team hat Caterham ja noch einen eigenen GP2-Rennstall, sowie eine Partnerschaft mit Arden in der WSbR).

Charles Pic ist für Caterham gewiss kein schlechter Fang. 2012 gab er bei Marussia jedenfalls ein sehr gutes Debüt. Marussia-Teamchef John Booth hätte Pic auch gerne weiter in seinen eigenen Reihen gehabt. Aber der Wechsel von Caterham schien attraktiver. Es ist ein sportlicher Aufstieg für Pic.

Timo Glock hatte als Marussia-Teamkollege 2012 jedenfalls alle Mühe, Charles Pic hinter sich zu lassen. Beide kämpften intern sogar so stark miteinander, dass sie auch abseits der Strecke gegeneinander stichelten. Immer wieder fühlte sich Glock von Pic behindert. Freunde jedenfalls werden die beiden keine mehr. Aber das zeigt nur: Pic war mehr als nur ein Mietwagenfahrer, er konnte Glock herausfordern und der Deutsche war gewiss kein schlechter F1-Pilot. Charles Pic hat seinen F1-Platz jedenfalls verdient. Auch seine Zukunft mit dem Caterham-Team.

Seine F1-Bilanz
2012 Gesamt-21. im Marussia Cosworth

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