F1: Fontana - Saubers unvollkommener Nachwuchsmann

Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

Norberto Fontana war auch eine Entdeckung von Peter Sauber.

F1: Fontana - Saubers unvollkommener Nachwuchsmann

 von Michael Zeitler

 

Norberto Fontana war auch eine Entdeckung von Peter Sauber.

| Hinwill (!NS!DE-RAC!NG) - Heinz-Harald Frentzen, Karl Wendlinger, Kimi Räikkönen, Felipe Massa, Kamui Kobayashi, Sergio Perez – immer wieder bringt Sauber ein neues Talent in die Formel-1. Es gibt ein paar Teamchefs, die als Talent-Scouts zählen. Dazu gehörte Ken Tyrrell, dazu gehörte Giancarlo Minardi – dazu gehört aber auch Peter Sauber. Nicht jeder Sauber-Zögling wird aber ein großes Talent. Perez hat durch seinen Wechsel ins Topteam McLaren alle Chancen dazu.

Einer, der keine Chance bekam: Norberto Fontana. Der Argentinier zählte Mitte der 90er Jahre zu den ganz großen Nachwuchstalenten. Der gute Ruf festigte sich in der deutschen F3-Meisterschaft, die Fontana 1995 überlegen gewann. Nicht gegen No-Names, sondern gegen bekannte Fahrer wie Alexander Wurz, Ralf Schumacher oder Jarno Trulli! Fontana, der damals im Team des Deutschen Josef Kaufmann unterwegs war, bekam daraufhin seinen ersten F1-Test für Sauber. Und kam prompt als Testfahrer unter Vertrag.

Sauber holt immer wieder Nachwuchsfahrer ins Team, wenn nicht als Stammfahrer, dann als Testfahrer. So wie aktuell Robin Frijns. 1996 und 1997 blieb Fontana als Testfahrer an Bord. Als sich vor dem Frankreich GP 1997 Gianni Morbidelli den Arm gebrochen hatte, brauchte Sauber einen neuen Stammfahrer. Angedacht war ein routinierter Fahrer wie Martin Brundle, aber nach dem es nur Absagen gab, beförderte Sauber Fontana zum Stammfahrer.

Der Argentinier war 1996 und 1997 in der Formel-Nippon unterwegs, denn die japanische Meisterschaft war damals sehr populär. Zwar konnte Fontana im Le-Mans-Team ein Nippon-Rennen gewinnen, trotzdem kam die Formel-1 für Fontana wohl zu früh. Zumal ein Einstieg mitten in der Saison nie ein Zuckerschlecken ist. Vier Rennen fuhr Fontana 1997 im Sauber Petronas, wobei der damals 22-Jährige fast ausschließlich negative Schlagzeilen kreierte. Im ersten Rennen schlief ihm beispielsweise ein Arm ein, er wurde schlicht taub! Oder beim Finale in Jerez blockte der damals 22-Jährige rundenlang Williams-Pilot Jacques Villeneuve. Sofort keimten Gerüchte auf, Ansicht stecke dahinter. Schließlich war Villeneuve im WM-Kampf mit Ferrari-Pilot Michael Schumacher und Sauber bekam schon damals die Motoren von Ferrari, war also Ferrari-Partner.

Den Großbritannien- und Deutschland GP beendete Fontana jeweils als Neunter. Damals gab es dafür noch keine Punkte – und dafür gab es auch keine weitere Sauber-Beförderung. Fontana war nach vier Rennen wieder aus der Formel-1 draußen. Immer wieder gab es Bemühungen, ein Comeback zu starten. 1998 war er bei Tyrrell im Gespräch, 1999 bewarb er sich mit fünf Millionen US-Dollar Sponsorengelder im Gepäck für ein Cockpit bei Minardi. Stattdessen musste er für Fortec in der GP2-Vorgängerserie Formel-3000 an den Start gehen.

Dort kehrte er 2001 im Prost-Junior-Team zurück – mit den Hoffnungen, so wieder den Aufstieg in die Formel-1 zu packen. Aber das Prost-Team sperrte Ende 2001 zu. Fontana fuhr nach den Sauber-Auftritten aber weiterhin Rennen, wieder in der Formel-Nippon, in der IndyCar, dann aber vor allem nationale Tourenwagenrennen. Der heute 38 Jahre alte Fontana wurde als großes Talent von Sauber in die Formel-1 geholt – aber anders als Räikkönen oder Perez hat Fontana den Aufstieg nie geschafft, nicht einmal das Cockpit behalten.


Add a comment
Wir haben 76 Gäste online

Next Race:

© 2008 - 2013 !R Redaktionsgemeinschaft / !NS!DE-RAC!NG Online Magazin
Ein Angebot der RTV-WORLD MediaGroup - Fa. Roland Schäfges: Katzenberger Weg 114 - 56727 Mayen - www.rtv-world.de - redaktion@inside-racing.de