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Serie: Alle 22 F1-Fahrer - 14. Lewis Hamilton

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Alle 22 F1-Fahrer - 14. Lewis Hamilton

von Michael Zeitler

 

Wieso ist Lewis Hamilton zu Mercedes gewechselt?

| Melbourne (!NS!DE-RAC!NG) -

Hamilton: Das waghalsige Experiment
Er hat es tatsächlich gewagt: Lewis Hamilton zieht aus, verlässt das Elternhaus McLaren, wo er aufgewachsen ist, wo er in McLaren-Chef Ron Dennis einen Ziehvater hatte. Die Geschichte ist in F1-Kreisen inzwischen so bekannt wie das Vaterunser: 1995 auf der britischen Autosport-Show klopfte der kleine Lewis Hamilton Ron Dennis auf die Schulter und sagte: „Ich will eines Tages für McLaren in der Formel-1 fahren!“ Drei Jahre später wurde Hamilton ins Förderprogramm von McLaren aufgenommen, das war vor 15 Jahren, als der heute 28-Jährige erst 13 Jahre alt war.

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So gut wie Hamilton wurde keiner vorher auf die Formel-1 vorbereitet. Auch nicht Jacques Villeneuve, der 1995 zehntausende von Testkilometern im Williams-Boliden absolvierte, bevor er 1996 sein Debüt gab. Jetzt baut McLaren gerade Nyck de Vries in ähnlicher Manier auf wie Lewis Hamilton. De Vries, ein Niederländer, der als Kartweltmeister 2012 sein Debüt im Formel-Sport gab, wird 2013 für das finnische Koiranen-Team im Formel-Renault-2.0-Eurocup auf Titeljagd gehen – und er ist Favorit! Ein viel versprechender McLaren-Junior ist auch Kevin Magnussen, der Sohn des ehemaligen F1-Piloten Jan Magnussen. Der Däne gilt in der 3,5-Liter-Klasse, in der Formel-World-Series-by-Renault im DAMS-Team als einer der Titelfavoriten für 2013.

Hamiltons akribische F1-Vorbereitung zahlte sich aus: Gleich im ersten Grand Prix raste er auf das Treppchen und wurde unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Fernando Alonso Dritter. Alonso war damals amtierender Doppelweltmeister, wechselte vor der Saison 2007 von Renault zu McLaren – und traf dort auf den Rookie Hamilton. Dabei stand die Verpflichtung des Briten lange Zeit in Frage: Statt Hamilton machte sich auch McLaren-Testfahrer Pedro de La Rosa große Hoffnungen auf das zweite Cockpit neben seinem Landsmann Alonso. Dann aber nahm Dennis doch Hamilton unter Vertrag.

Mit so einer starken Saison von Hamilton hat aber keiner gerechnet – obwohl er 2006 dominierender GP2-Meister für das ART-Team wurde. Doch abgesehen von der GP2 war Hamilton in den Nachwuchsklassen kein Überflieger, aber stark: In der Zweiliterklasse der Formel-Renault nur britischer Meister, in der zweiten Saison, auch in der F3-Euroseries erst im zweiten Anlauf Meister. Am allerwenigsten hat Alonso mit einem so starken Hamilton gerechnet: Die beiden verkrachten sich, führten einen teaminternen Stallkrieg, dazu kam die für McLaren leidliche Spionageaffäre – und schwups verpassten beide um einen Punkt den Titel!

Hamilton im Debütjahr zum Vizetitel, punktgleich mit dem WM-Dritten und Teamkollegen Alonso. Vier Siege in der Premierensaison schaffte 1996 auch Jacques Villeneuve, aber keine sechs Poles und auch nicht so viele WM-Punkte wie Hamilton. Seine Saison 2007, sie ist vielleicht die beste, die Hamilton bisher gefahren ist. 2008 wurde Hamilton zwar F1-Weltmeister, aber der Wettbewerb schien eher so abzulaufen, dass keiner so Recht Lust hatte auf den Titel – alle Fahrer machten jedenfalls größere Fehler. Hamiltons Herausforderer war Felipe Massa im Ferrari – und erst in der letzten Kurve im letzten Rennen entschied Hamilton den WM-Titel für sich.

Das Jahr 2008 – es war das Jahr der Schwarzen: Hamilton wurde erster dunkelhäutiger F1-Weltmeister und kurz darauf die noch größere Sensation: Barack Obama wird erster dunkelhäutiger US-Präsident! Noch kein dunkelhäutiger (die Asiaten zählen hier ja nicht) fuhr vor Hamilton WM-Rennen, Willy T. Ribbs testete 1986 immerhin für Brabham. In den 30er und 40er Jahren fuhr Benedicto Lopes einzelne GP-Rennen: Der Brasilianer war ebenfalls dunkelhäutig. Aber wie Hamilton eigentlich nur ein Mischling: Hamiltons Mutter ist weiß, sein Vater Anthony aber dunkelhäutig. Anthony Hamilton wurde noch wie seine Eltern auf der Karibikinsel Grenada geboren.

Sein Vater Anthony Hamilton mischte in der Formel-1 ordentlich mit: 2007 soll er immer wieder Impulse zur Unruhestiftung gegen Fernando Alonso gegeben haben, das Verhältnis zwischen ihm und Lewis kühlte sich ab, wohl noch mehr zwischen McLaren und Anthony Hamilton. 2011 trennte sich Lewis Hamilton vom Vater im Bezug auf das Management-Verhältnis. Inzwischen wird auch Force-India-Pilot Paul di Resta nicht mehr von Hamilton gemanagt. Lewis’ Bruder Nicolas leidet unter zerebraler Kinderlähmung – fährt aber jetzt auch schon Rennen: 2011 und 2012 bestritt er volle Saisons im Renault-Clio-Cup. Bestes Resultat bisher: Rang neun in Brands Hatch 2011.

Das Jahr 2011 war nicht nur das Jahr der Trennung von Lewis und Anthony, sondern auch der Trennungen von Lewis Hamilton und seiner Freundin Nicole Scherzinger, eine bekannte Popsängerin. Inzwischen haben sich beide wieder zusammengerauft, aber die Turbulenzen im Privatleben haben Hamiltons Leistungen auf der Strecke negativ beeinflusst. Sein Teamkollege Jenson Button war das krasse Gegenteil: Sein Vater John und seine Lebensgefährtin Jessica Mitchibata gaben Button Halt.

Die Saison 2011 war auch das Anfang vom Ende zwischen Lewis Hamilton und McLaren Mercedes. Das Verhältnis hat sich abgekühlt, die Gagenforderungen von Hamilton wurden höher – am Schluss wollte er sogar seine Siegerpokale behalten. Ein Tabu für McLaren, denn der Rennstall sammelt alle Pokale im hauseigenen Museum. Nur der von Alain Prost aus Monza 1989 fehlt: Damals schmiss der Franzose aus Zorn über das Team den Pokal in die Fanmenge. Ein erstes Geschenk: 1990 fuhr Prost für Ferrari, also für das Team der meisten Monza-Fans.

Die Verhandlungen mit McLaren, aber auch mit Mercedes, führte der neue Hamilton-Manager Simon Fuller: Er managte bereits die Spice Girls, oder das Hamilton-Fußballpendant David Beckham. Fuller ist aber auch in der Formel-1 kein Unbekannter: 2008 war er Marketingchef beim Honda-F1-Team. Damals entwarf er das Konzept des Earth-Cars: Eine grüne Erdkugel wurde auf dem F1-Renner lackiert und sollte zeigen: Honda liegt die Umwelt am Herzen.

Das Honda-Team ist de facto jetzt das Mercedes-Team, vielleicht kamen daher die Kontakte zwischen Hamilton und Mercedes zustande. Aber auch der inzwischen zurückgetretene Motorsportchef von Mercedes, Norbert Haug, kennt Hamilton bereits aus der gemeinsamen Zeit bei McLaren. Und doch wird die Verpflichtung Hamiltons dem neuen Mercedes-F1-Vorsitzenden Niki Lauda gutgeschrieben. Der dreimalige Weltmeister soll Hamilton an Bord geholt haben.

Für Hamilton beginnt nun eine neue Herausforderung. Eine die schief gehen kann: Mit einem Wechsel zu einem schlechterplatzierteren Team machten sich bisher nur die wenigsten Weltmeister einen Gefallen: Emerson Fittipaldi verließ McLaren, um im Team seines Bruders Wilson anzuheuern. Außer einem Podestplatz erreichte Fittipaldi dann in der Formel-1 aber nichts mehr. Oder Jacques Villeneuve, der seinem Manager Craig Pollock ins neue BAR-Team folgte und Williams verließ – auch das ein Fehler.

Hamilton mahnt: Der Wechsel zu Mercedes war eine langfristige Entscheidung. Soll heißen: Wenn 2014 die neuen Turbomotoren kommen, dann könnte Mercedes das neue Topteam werden. Und tatsächlich hat Mercedes als bisher einziger F1-Motorhersteller den neuen Turbomotor bereits vorgestellt! McLaren bezieht zwar auch Motoren von Mercedes, aber Mercedes gesteht: 2014 ist es wichtig, dass das Auto um den Motor herum konstruiert wird, das Werksteam wird also automatisch Vorteile genießen können.

Seine F1-Bilanz
2007 Gesamt-2. im McLaren Mercedes
2008 Gesamt-1. im McLaren Mercedes
2009 Gesamt-5. im McLaren Mercedes
2010 Gesamt-4. im McLaren Mercedes
2011 Gesamt-5. im McLaren Mercedes
2012 Gesamt-4. im McLaren Mercedes

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