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Serie: Alle 22 F1-Fahrer - 15. Nico Rosberg

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Alle 22 F1-Fahrer - 15. Nico Rosberg

von Michael Zeitler

 

Nico Rosberg steht vor seiner schwierigsten Saison.

| Melbourne (!NS!DE-RAC!NG) -

Rosberg: Die nächste Herausforderung
F1-Fahrer und ihre Rekorde: Auch Nico Rosberg hat einen vorzuweisen: Mit 20 Jahren und 258 Tagen erzielte er beim Bahrain GP 2006 die Schnellste Rennrunde – jünger war keiner. Schneller war auch keiner: Rosberg fuhr damals seinen ersten Grand Prix! Im ersten WM-Rennen die Schnellste Rennrunde gab es davor allerdings schon drei Mal: Giuseppe Farina 1950 im ersten Grand Prix überhaupt, Masahiro Hasemi 1976 in Japan (wenn auch umstritten), sowie Jacques Villeneuve 1996 in Melbourne.

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Der größte Rekord von Nico Rosberg: Er hat drei Jahre lang den F1-Rekordweltmeister in die Schranken weisen können! Michael Schumacher hatte bisher alle seine Teamkollegen in Griff: Den ersten Andrea de Cesaris, den einstigen Weltmeister Nelson Piquet bis hin zu seinen Wasserträgern von Jos Verstappen bis Felipe Massa. Dann kam das Comeback und dann kam Nico Rosberg. 2010 sah er gegen den jungen Deutschen kein Kraut, 2011 wurde es in den Rennen besser, 2012 auch im Quali. Vielleicht wäre Schumacher 2012 ohne seine Pechsträhne zu Beginn der Saison im WM-Klassement sogar vor Rosberg gestanden, aber den ersten Mercedes-Silberpfeilsieg der modernen Mercedes-Ära holte eben Rosberg.

Rosberg gegen Schumacher – ein faszinierendes Duell, aber es wäre faszinierender gewesen, wenn die Mercedes-Rennwagen weiter vorne mitgefahren wären. So balgten sich die beiden um Mittelfeldplatzierungen. Rosberg versus Schumacher – niemand dachte, dass das so harmonisch ablaufen würde: Nicos Vater Keke Rosberg verwendete schon Kraftausdrücke in Richtung Schumacher, als der beispielsweise im Quali von Monaco 2006 seinen Ferrari auf der Strecke abstellte (ein Fehler oder Absicht sei mal dahingestellt). Und dann kommt noch der unermüdliche Ehrgeiz Schumachers oben drauf. Er hat nichts gegen neue, junge deutsche Nachwuchshoffnungen. Mit Sebastian Vettel scheint er genauso gut befreundet zu sein, wie etwa mit Timo Glock. Dabei wurde Vettel in jedem Jahr von Schumachers Comeback Weltmeister! Aber Vettel fuhr eben nicht im eigenen Team mit Schumacher, wie etwa Rosberg.

Doch das Duell der beiden war wie bereits erwähnt harmonisch. Immer wieder versicherten die Mechaniker: Beide haben was Fahrstile betrifft auch dieselben Geschmäcker, die Abstimmungen sind an beiden Autos also oft sehr ähnlich gewesen – außer Mercedes probierte etwas Spezielles aus. Verschwörungstheorien über Bevorzugungen Schumachers begleiten den Rekordweltmeister seit seinem Debüt 1991.

Schumacher zu schlagen war für Rosberg wichtig. Wäre es anders gekommen, hätte seine F1-Karriere bereits zu Ende sein können. Wie stark aber ist Rosberg? Vor Schumacher hat er Teamkollegen geschlagen, die nie richtig Tritt fassen konnten (Kazuki Nakajima) oder ihren Zenit schon überschritten hatten (Alexander Wurz). Nur gegen Mark Webber in Rosbergs ersten beiden F1-Jahren wurde es eng. Webber fährt heute im Toprennstall Red Bull zumindest gelegentlich auf Augenhöhe mit Sebastian Vettel.

Rosberg fährt starke Rennen, macht aber manchmal Fehler. Besonders in seiner Heimatstadt Monaco setzte er seinen Williams 2008 schon mal heftig in die Barrieren. Es waren Anfängerfehler, die inzwischen extrem selten geworden sind. Dafür fährt Rosberg seinen Kritikern zu folge zu still, setzt keine richtigen Highlights. Seine Fans halten entgegen: Wieso holte dann Rosberg die Kastanien aus dem Mercedes-Feuer in den vergangenen drei Jahren? Nur, weil Schumacher mit 43 Jahren und nach drei Jahren Pause nicht mehr so schnell war wie einst in seiner Unschlagbar-Zeit?

Rosbergs Aufgabe wird nicht leichter. Nach Michael Schumacher kommt jetzt ein neuer, wohl noch stärkerer Teamkollege: Lewis Hamilton! Gegen den verlor Rosberg schon im Kartsport, auch damals waren sie Teamkollegen. Im Junior-Rennstall von McLaren. Andererseits: Wenn Rosberg mit seiner ruhigen und routinierten Art so clever Hamiltons Schwächen ausnutzt wie es Jenson Button drei Jahre lang bei McLaren gemacht hat, dann könnte Rosberg auch die Aufgabe Hamilton überstehen.

Rosberg hat sich die Aufgabe aber auch selbst ausgesucht: Er hat seinen Mercedes-Vertrag schon letztes Jahr vorzeitig bis Ende 2015 verlängert. Obschon angeblich Ferrari am Deutschen interessiert war. Dabei ist es doch angeblich ein Traum eines jeden F1-Piloten eines Tages für Ferrari zu fahren. Rosberg konterte in etwa so: „Mercedes ist genauso eine historische Marke. Mit Mercedes-Weltmeister zu werden würde mir genauso viel bedeuten wie mit Ferrari.“ Doch dazu muss er Hamilton bezwingen – und Mercedes muss endlich ein flottes Auto bauen.

Rosbergs Loyalität zu seinen Teams: Das gab es auch schon bei Williams, als er angeblich auf der Wunschliste von McLaren-Chef Ron Dennis Pole-Position hatte. Rosberg aber blieb bei Williams. Das Traditionsrennstall holte ihn in die Formel-1 – sowohl Williams, als auch Rosberg träumten wohl vom absoluten Familienmärchen: Vater und Sohn F1-Weltmeister gab es schon: Graham Hill und Damon Hill, aber nicht fürs selbe Team. Keke Rosberg holte 1982 seinen WM-Titel für Williams, wenn das Nico auch geschafft hätte, wäre die Sensation perfekt gewesen. Williams arbeitet immer wieder mit der Geschichte: Etwa Bruno Senna 2012 im Williams Renault – also in derselben Wagen-Motor-Kombination, in der Brunos legendärer Onkel Ayrton Senna 1994 beim Imola GP verunglückte.

Von der Vergangenheit kann man sich meistens nicht viel kaufen. Deswegen schielt Nico Rosberg auch in die Zukunft. Jetzt ist er schon GP-Sieger, jetzt fehlt nur noch der WM-Titel. Sein Vater hat das schon erreichen können. Dabei gilt Keke Rosberg als einer der schlechtesten Weltmeister überhaupt. Warum auch immer: Es war eine herausragende Leistung, wie der Finne 1982 im Williams mit Ford-Cosworth-Sauger gegen die starken Turbo-Boliden in einer extrem engen und umkämpften Saison (sogar 2012 gab es weniger unterschiedliche Sieger als 1982!) die Nase vorne hatte. Aber viele glauben: Wären die Ferrari-Piloten Gilles Villeneuve und Didier Pironi nicht verunglückt, es wäre einer der beiden Weltmeister der Saison 1982 geworden.

Aber was nutzt hätte, wenn und aber: Der Weltmeister 1982 heißt Keke Rosberg. Ein lustiger Geselle, der aber auch mal eine Zigarette anzündete und eine Dose Bier trank. Rosberg, der 1986 gegen Alain Prost bei McLaren außer Form wirkte und der deshalb eben nicht mehr den besten Ruf hatte. Da gilt sogar sein Sohn Nico als talentierter. Zumindest bisher. Gegen Hamilton steht aber auch das auf dem Prüfstand – es wird eine knallharte Saison für Nico Rosberg.

Was Nico mit seinem Vater Keke nicht gemeinsam hat: Er startet mit einer deutschen Rennlizenz, Vater Keke mit einer finnischen. Nico Rosberg hat eine deutsche Mutter, wuchs aber in Monaco auf. Bis einschließlich 2003 fuhr Nico auch mit der finnischen Lizenz, seither aber mit der deutschen. Finnisch spricht er nicht, dafür vier andere Sprachen! Multinationaler geht es nicht. Die größten Erfolge des 27-Jährigen: 2002 wurde er Meister in der deutschen Formel-BMW (im Team seines Vaters), 2005 wurde er erster GP2-Meister (löste die internationale Formel-3000 ab). Seither kämpft er in der Formel-1 für eine Wiederholung eines Titelgewinns.

Seine F1-Bilanz
2006 Gesamt-17. im Williams Cosworth
2007 Gesamt-9. im Williams Toyota
2008 Gesamt-13. im Williams Toyota
2009 Gesamt-7. im Williams Toyota
2010 Gesamt-7. im Mercedes
2011 Gesamt-7. im Mercedes
2012 Gesamt-9. im Mercedes

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