F1: Malaysia - Die kuriosesten Podeste

Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

Die F1-Geschichte hat schon viele Podeste gesehen - aber keines so wie in Malaysia.

F1: Malaysia - Die kuriosesten Podeste

 von Michael Zeitler

 

Die F1-Geschichte hat schon viele Podeste gesehen - aber keines so wie in Malaysia.

| Sepang (!NS!DE-RAC!NG) - Eigentlich sollten die ersten drei eines F1-Rennens in Feierstimmung sein. Deswegen gibt es im Anschluss an jedes F1-Rennen auch die Siegerzeremonie auf dem Podestplatz. Aber selten hat die Formel-1 derart betretene Mienen gesehen wie am Sonntag in Malaysia: Sieger Sebastian Vettel wusste von seinem Fehler, sich gegen die Teamanweisungen gestellt zu haben, Mark Webber wurde um des Sieges betrogen – und Lewis Hamilton ist nicht entgangen, dass alle Welt mitbekommen hat: Er wurde nur deshalb Dritter, weil Mercedes angeordnet hat, Nico Rosberg solle hinter dem Neuzugang zurückstecken.

Das Treppchen in Malaysia ist also skurril – aber es gab schon mehrere solche Fälle. Beim Österreich GP 2002, quasi das Paradebeispiel für Stallorder-Manipulation schlechthin, überließ Sieger Michael Schumacher seinem Ferrari-Stallgefährten Rubens Barrichello die oberste Stufe des Treppchens (für den Gewinner reserviert), nachdem Barrichello Schumacher den Sieg geschenkt hatte. Statt Jubelszenen gab es ein schellendes Pfeifkonzert für Ferrari. Natürlich gab es auch schon Fälle, als sich die Teamkollegen wie Vettel in Malaysia gegen die Teamanweisungen gestellt haben: So in Brasilien 1981, als Carlos Reutemann eben nicht seinem Williams-Kollegen Alan Jones den Sieg überließ. Reutemann feierte seinen Sieg auf dem Podest, Jones blieb diesem aus Frust fern!

Immer wieder gibt es auch tränenreiche Siegesfeiern: Bei Rubens Barrichellos ersten Sieg in Deutschland 2000 waren es Freudentränen. Der Brasilianer weinte mit dem verregneten Himmel um die Wette. Bei seinem Ferrari-Nachfolger und Landsmann Felipe Massa in Brasilien 2008 waren es aber Tränen des Leids: Zwar hatte er sein Heimrennen gewinnen können, dachte kurzzeitig auch, der neue Weltmeister zu sein, aber dann hat Lewis Hamilton in der letzten Kurve der letzten Runde doch noch Timo Glock überholt und damit den WM-Titel an sich gezogen. Es war eine der emotionalsten Siegerehrungen überhaupt.

In Imola 2003 gab es gleich zwei Siegeszeremonien: Eine ganz schlichte vor dem Rennwochenende, als Giancarlo Fisichella nachträglich seinen Siegespokal von Kimi Räikkönen übergeben bekam. Räikkönen wurde in Brasilien 2003 fälschlicherweise als Sieger gefeiert, gewonnen hatte aber Fisichella, der zum Zeitpunkt des Abbruchs durch den schweren Unfall von Fernando Alonso (der Dritter wurde, aber wegen der ärztlichen Untersuchung nicht auf dem Podest stand) aber schon zwei Runden geführt hatte. Das eigentliche Podest am Sonntag war weniger gut gelaunt: Michael Schumacher hatte das Rennen zwar gewonnen, seine Mutter vorher aber verloren.

Und noch mal Brasilien: Dieses Mal 1982, nach einem körperlich anspruchsvollen Rennen, vor allem für den Brabham-Fahrer Nelson Piquet. Er gewann zwar, sackte auf dem Podest aber zusammen. Am Ende hätte er gar nicht aufs Podest gebraucht: Er wurde später wegen technische Regelwidrigkeiten disqualifiziert.  

Seltsam war auch die Siegesfeier in Italien 1989: Denn die Ferrari-Fans feierten einen McLaren-Sieger – Alain Prost. An jenem Wochenende wurde bekannt, dass der Franzose 1990 für das Ferrari-Team fahren würde. Als er dann auch noch im Ferrari-Heimrennen siegte, jubelten sie Prost zu. Der revanchierte sich und warf seinen Pokal ins Publikum – sehr zum Ärger von McLaren-Chef Ron Dennis, der ja für gewöhnlich alle Siegerpokale im McLaren-Werk in Woking aufstellt.

Sliderbild: Bridgestone Motorsport Archive


Add a comment
Wir haben 81 Gäste online

Next Race:

© 2008 - 2013 !R Redaktionsgemeinschaft / !NS!DE-RAC!NG Online Magazin
Ein Angebot der RTV-WORLD MediaGroup - Fa. Roland Schäfges: Katzenberger Weg 114 - 56727 Mayen - www.rtv-world.de - redaktion@inside-racing.de