F1: Apicella - Lange Zeit für einen Versuch

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Auch Marco Apicella brauchte in der zweiten Liga lange.

F1: Apicella - Lange Zeit für einen Versuch

 von Michael Zeitler

 

Auch Marco Apicella brauchte in der zweiten Liga lange.

| Monza (!NS!DE-RAC!NG) - Eine Kritik aktuell an die F1-Nachwuchsserie GP2: Die Fahrer sind dort viel zu lange unterwegs. Pastor Maldonado holte sich 2010 den Titel erst in der vierten Saison, Romain Grosjean 2011 ebenfalls, Davide Valsecchi letztes Jahr gar erst im fünften Jahr. Und auch 2013 werden zwei sehr erfahrene Fahrer um den Titel mitkämpfen: Marcus Ericsson und Stefano Coletti. Aber wer jetzt denkt, das sei neu, der irrt sich: Auch früher gab es Fahrer, die schon in den Nachwuchsserien nicht satt wurden.

Einer von ihnen ist Marco Apicella: Von 1987 bis 1991 fuhr er fünf Jahre in der GP2-Vorgängerserie internationale Formel-3000, erst für Euro Venturini, dann drei Jahre für das FIRST-Team von Ex-F1-Fahrer Lamberto Leoni, schließlich noch für das Team von Paul Stewart, aus dem inzwischen über Umwegen das F1-WM-Team Red Bull geworden ist. Besser als Rang vier in der Gesamtwertung 1989 schaffte Apicella nie. Und damit nicht genug: 1999 plante Apicella das große F3000-Comeback, für das neue Projekt von Leoni. In Spa konnte der Italiener sich allerdings nicht qualifizieren und so fuhr er keine Rennen mehr. Aber mit F3000-Fahrzeugen war er auch so noch unterwegs: 1999 fuhr er etwa in der heutigen Auto-GP-Meisterschaft und gewann auch zwei Rennen. In Japan war er jahrelang in der heutigen Super Formula aktiv, wurde 1994 Meister dieser Serie im Dome-Team.

Die Kontakte zu Dome waren sehr intensiv. Bald hätte Apicella 1997 für ein Dome-F1-Team starten sollen. 1996 testete er zusammen mit unter anderem Shinji Nakano einen F1-Rennwagen von Dome, gefüttert mit einem Mugen-Honda-Motor. Doch die Japaner stiegen nie in die Formel-1 ein und so blieb Apicella bei nur einen F1-WM-Start: 1993 beim Italien GP durfte er einen Jordan Hart steuern. Doch Apicella wurde Opfer des Massencrashs am Start – nach 800 Meter war Apicella schon draußen. Es war die kürzeste F1-Karriere in der Geschichte!

Danach hat er von F1-Teams nie wieder Angebote erhalten, davor aber sehr wohl. Gegenüber !NS!DE-RAC!NG bestätigte er im August 2010, das von 1989 bis 1992 Teams wie Tyrrell, Arrows, Modena und Minardi Interesse an seinen Diensten gezeigt hätten. 1987 fuhr er für Minardi in Estoril auch seinen ersten F1-Test, 1991 war er Modena-Testfahrer, jenes Team, das unter dem Banner von Lamborghini einen F1-Rennstall auf die Beine stellte.

Apicella war auch einer der Fahrer des ersten Auftritts von Lamborghini beim 24-Stundenrennen von Le Mans: Das war erst im Jahr 2006! Von 1995 bis 2009 startete Apicella fünf Mal beim Langstrecken-Klassiker, das beste Resultat war Rang 14 1995, gemeinsam mit dem bei einem spektakulären IndyCar-Crash 1996 verstorbenen US-Amerikaner Jeff Krosnoff, sowie Mauro Martini. Gefahren sind die drei Fahrer einen Toyota-GT-Rennwagen für das japanische Sard-Team. Überhaupt fuhr Apicella jahrelang in Japan Rennen, sowohl in der dortigen Formel-Szene, als auch bei den GT-Sportwagen. Mit fünf Siegen in der höchsten japanischen Formel-Serie (die immer wieder den Namen wechselt, aktuell heißt sie Super Formula, am besten bekannt ist sie unter Formel-Nippon) ist Apicella dort der erfolgreichste Italiener, sein Le-Mans-Stallgefährte Mauro Martini kommt immerhin auf drei Siege.


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