!NS!DE-RAC!NG diskutiert: Sollte die GP2 außerhalb Europas auftreten?

Ein Thema, zwei Meinungen. In dieser Woche geht es um die Frage, ob die GP2 Rennen in Asien braucht.

!NS!DE-RAC!NG diskutiert: Sollte die GP2 außerhalb Europas auftreten?

von Michael Zeitler und Daniel Geradtz

Ein Thema, zwei Meinungen. In dieser Woche geht es um die Frage, ob die GP2 Rennen in Asien braucht.

| Sepang (!NS!DE-RAC!NG) - Immer öfter zieht es die GP2 nach Asien. Der Saisonauftakt findet dort genauso statt wie das Finale. Aber muss das tatsächlich sein? In Europa gibt es genügend Alternativen, die in den Geldbörsen der Teams bei weitem nicht so schwer wiegen.

ProMichael Zeitler: Es geht um Sponsoren.

Die Organisatoren des Abu Dhabi GP reiben sich die Hände: Denn das Rahmenprogramm entspricht schon fast jenem eines europäischen GP-Events: Die GP2 und 2013 sogar die GP3 folgen der Formel-1 auf die modernste GP-Strecke überhaupt. Nur: Die GP2-Teams stöhnen unter den immer tiefer greifende Kostenspirale. Sind die Rennen also wirklich vertretbar. Ich sage: Ja.

Gerade wenn es um die Finanzierung solcher Rennserien geht, müssen auch Investoren angesprochen werden. Und weil immer mehr Investoren aus arabischen, asiatischen oder südamerikanischen Ländern kommen, ist es völlig legitim, dass auch die GP2 und die GP3 die dortige Bühne nutzen, um auf ihr Spektakel aufmerksam zu machen. Machen wir uns nichts vor: Die Auftritte in Asien und Arabien dienen lediglich darum, aus diesen Länder auch für Nachwuchs-Formel-Serien Sponsoren aufzutreiben.

Vor Jahren hatte die GP2 eine eigene Asien-Serie. Mit Regeln, die etwa jedem Team einen asiatischen Fahrer vorschrieben. Da ging es anfangs vor allem darum, Talente aus den neuen Märkten zu entdecken. Das ging nicht auf – dafür kamen einzelne Geldgeber aus Asien. Und deshalb wurden die beiden Meisterschaften zusammengelegt. Die Kosten müssen also auch mit dem Potenzial für neue Sponsorengelder gegen gewogen werden.

 

ProDaniel Geradtz: Die GP2 sollte sich auf Europa konzentrieren.

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Die Teams in der GP2 haben neue Namen, neue Teameigner oder sind gänzlich neu. Wenige der Hinterbänkler können sich lange halten. Schuld sind nicht selten die finanziellen Rahmenbedingungen. Eine Saison in der GP2 wird für die Teams immer teurer. Zu einem gewissen Grad kann dies durch Pay-Driver ausgeglichen werden, ein Restrisiko für die Teams bleibt aber immer bestehen. Dabei müssten es die Betreiber der Serie eigentlich besser wissen und könnten eine Saison günstiger gestalten.

Denn die als Wintermeisterschaft eingeführte GP2 Asia Series musste nach nur drei Saisons wieder ad acta gelegt werden. Zu gering war am Ende die Schnittmenge zwischen dem Rennprogramm in Asien und der Teilnehmerzahl. Was offiziell ein Zusammenschluss zwischen der Hauptmeisterschaft und der Asia Series war, war eigentlich die Einstellung der Zweimeisterschaft mit anschließender Ausdehnung des Rennkalenders um einige Übersee-Stationen der Formel 1.

Die Frage ist natürlich, warum man den vermeintlichen Fehler ein weiteres Mal begeht. In einer Zeit, in der es den Teams ohnehin finanziell schlecht geht, treten GP2 und sogar GP3 in Abu Dhabi an. Bei der GP2 machen die Überseerennen sogar ein Viertel der gesamten Saison aus. Natürlich will man auch mit dem Nachwuchsbereich neue Märkte bedienen, doch die Meisterschaften sind nicht der richtige Anlass dazu. Meiner Meinung nach ist alleine die Formel 1 ein solches Zugpferd. Langfristig könnte es sogar soweit kommen, dass sich der Anteil der europäischen Teilnehmer auf ein Minimum reduziert.

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