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  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Der Sieger des Rennens - Fernando Alonso

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F1: Der Sieger des Rennens - Fernando Alonso

von Michael Zeitler

 

Hintergründe, Geschichten und Stories zum Sieg von Fernando Alonso.

| Shanghai (!NS!DE-RAC!NG) - Was für ein Comeback – und das ausgerechnet beim 200. Grand Prix seiner Karriere! Nur Jenson Button (230) hat von den aktuellen F1-Piloten mehr Rennen bestritten als der Spanier. Gefeiert hat Alonso das Jubiläum schon in Malaysia, denn er rechnet auch den USA GP 2005 dazu, als er aber schon nach der Einführungsrunde die Box ansteuerte: Seine Michelin-Reifen hielten den Belastungen der Steilkurve im Oval nicht stand. Auch alle anderen Michelin-Piloten gaben vorzeitig auf, die Folge war ein Geisterrennen mit nur sechs Fahrzeugen!

Die Reifen spielten auch heute beim China GP eine zentrale Rolle. Aber nicht haltbare Reifen, das war 2005 im Reifenkrieg zwischen Michelin und Bridgestone eine Sensation, unter Reifenmonopolist Pirelli der Show-Gründen aber die Normalität. Was aber zuletzt gar nicht mehr wirklich normal war: Eine starke Darbietung von Fernando Alonso. Denn der China GP 2013 hätte auch jenes F1-Rennen werden können, dass Alonso eine noch nie da gewesene Schlappe in seiner F1-Karriere hätte verpassen können: Gegen Jarno Trulli und Lewis Hamilton verlor er mal vier Qualis in Folge, gegen Felipe Massa wären es jetzt aber beinahe fünf Quali-Niederlagen in Serie gewesen.

Alonso berühren diese Statistiken nicht: „Da werden zwei Rennen aus der letzten Saison genommen und die ersten beiden aus diesem Jahr, als wir nie ein normales Quali hatten, immer wechselhafte Bedingungen.“ In China war das Wetter stabil: Null Prozent Regenwahrscheinlichkeit an allen drei Tagen – und prompt qualifizierte sich Alonso als Dritter und Massa hinter ihm als Fünfter. Noch deutlicher war der Unterschied im Rennen: Alonso der Sieger, Massa mit 40,8 Sekunden Rückstand nur Sechster. Wieso ist der Brasilianer so weit zurückgefallen? Nachdem Alonso und Massa zu Beginn des Rennens an Lewis Hamilton vorbeigezogen sind, hat Alonso eine Runde vor Massa die unliebsam, weil unhaltbaren, weichen Pneus gegen die härtere Mischung getauscht. Allein in dieser Runde verlor Massa einiges an Zeit, dann kam er im Verkehr raus, kam rundenlang nicht an Force-India-Pilot Paul di Resta vorbei.

Und schließlich das wichtigste Argument: Alonso fuhr einfach wieder gewohnt schnell. So schnell, wie lange nicht mehr. Ende 2012 baute er ab, musste sich immer öfter Massa geschlagen geben. Es war davon die Rede, dass ihm im WM-Endspurt die Puste ausging. Doch das erklärte nicht, wieso Alonso (an seiner Seite hat er nach seiner Scheidung ein hübsches, russisches Fotomodell) so schwach in die Saison gestartet ist. In Malaysia warf er das Rennen sogar mit einer Kollision mit Sebastian Vettel ganz weg. Alonso bleibt cool und verstrickt sich wie allzu oft in Rechen-Statistiken: „Es ist normal, dass man zwei Mal pro Jahr nicht in die Punkte kommt. Jetzt müssen wir halt ankommen.“

In China kam Alonso an – als Erster. Zeitweilig musste er sogar von der Ferrari-Box gebremst werden. „Push nicht so hart, wir haben einen sicheren Vorsprung“, hieß es da von Renningenieur Andrea Stella am Funk. Alonso war gerade die bis dato schnellste Runde des Rennens gefahren. Sein Konter: „Wieso, ich pushe doch gar nicht!“ Und da sage noch einer, nur Kimi Räikkönen gibt sich bei 300 Sachen am Boxenfunk cool.

Apropos Räikkönen: Mit Alonso, Räikkönen und Hamilton standen die drei Fahrer auf dem Podest, die 2007 den WM-Titel unter sich ausmachten (mit dem besseren Ende für Räikkönen). Damals war der China GP für den Ausgang der WM ja nicht unentscheidend: Lewis Hamilton versenkte damals seinen McLaren Mercedes bei der Boxeneinfahrt im Kies. Genauso wie im Training dieses Jahr sein McLaren-Nachfolger Sergio Perez. Der Mexikaner zerstörte sich dabei sogar einen Frontflügel, weil er in die Reifenstapel krachte. Alonso, Räikkönen, Hamilton – bisher sind alle drei Piloten vorne in der WM dabei, kämpfen vielleicht wieder um den Titel. Nur ein vierter mischt ordentlich mit: Sebastian Vettel, er führt noch immer die Weltmeisterschaft an.

Alonso gewinnt also sein 200. F1-Rennen, es war der 31. Sieg in seiner Karriere. 2005 gewann er schon mal den China GP, damals noch in Renault-Diensten. Zweiter damals wie heute: Kimi Räikkönen (damals aber noch im McLaren Mercedes). Dritter wurde damals Toyota-Pilot Ralf Schumacher. Mit 31 GP-Siegen liegt Alonso in der ewigen Bestenliste nun auf Platz vier, gleichauf mit Nigel Mansell. Zählt man alle GP-Rennen seit 1906 (auch die nicht zur WM gehörten), dann ist Alonso immerhin Siebter. Aber er ist noch immer der einzige F1-Sieger aus Spanien, inzwischen sogar der einzige spanische F1-Pilot!

Den Rekord, fünf Mal in Serie im Quali geschlagen zu werden, gab es also an diesem Wochenende nicht. Dafür einen anderen – denn jeder Sieg von Ferrari ist aktuell ein Rekord: 219 Siege im Rahmen der F1-WM, dazu der vierte in China, der erste seit Kimi Räikkönen 2007 gewonnen hat. Es war sogar der 221. Sieg eines F1-Flitzers, der Ferrari-Power unterm Hintern hatte. Und es war der 86. Sieg von Reifenhersteller Pirelli – aber langsam fragt man sich angesichts der permanenten Reifendiskussionen: Hat Pirelli heute wirklich gewonnen?

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