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GP2: Der Mann des Rennwochenendes - Fabio Leimer

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GP2: Der Mann des Rennwochenendes - Fabio Leimer

 von Michael Zeitler

 

Die Analyse des GP2-Rennwochenendes in Bahrain.

| Manama (!NS!DE-RAC!NG) - Aus elf Punkten Rückstand wurden zehn: Fabio Leimer hat den Rückstand auf Stefano Coletti in der Gesamtwertung nur knapp verkürzen können. Dabei hat Leimer schon zum zweiten Mal das Hauptrennen gewonnen. Dieses Mal legte er den Grundstein zum Sieg schon im Quali: Eine Sekunde brummte er dem Rest des Feldes auf – zweite Pole nach Silverstone 2012. Im Rennen selbst war Leimer dann nicht mehr eine Sekunde pro Runde schneller, aber es langte zum Sieg. Aber: Wer das Hauptrennen gewinnt, aber im Sprintrennen jetzt schon zum zweiten Mal punktlos bleibt, der hat zu wenig Punkte gesammelt. In Malaysia wurde Leimer von James Calado abgeräumt, also unschuldig aus dem Rennen genommen. In Bahrain aber war es sein Unvermögen: Im Duell mit Adrian Quaife-Hobbs sah er nicht besonders gut aus: Statt Rang fünf war’s nur noch Platz neun – und damit ein Platz außerhalb der Punkte.

Wieso kann Leimer nicht überholen? Es liegt vermutlich weniger am Schweizer (der übrigens Kontakte zum Sauber-F1-Team haben soll) selbst, als am Racing-Engineering-Team. Der spanische Rennstall von Alfonso Orléans-Borbon (2008 mit Giorgio Pantano Meister) scheint in der Abstimmung des Dallara Mécachrome einen ähnlichen Weg zu gehen, wie Red Bull seit Jahren in der Formel-1: Man setzt alles auf die Pole, im Rennpulk hat man dadurch aber größere Schwierigkeiten. Das zumindest ist eine mögliche Theorie dafür, dass Leimer so dominant im Quali war, aber in den Rennen gar nicht mehr so viel schneller als der Rest des Feldes.

Ganz im Gegenteil: Leimer hätte das Hauptrennen sogar an Coletti verlieren können. Der Monegasse hat eine große Stärke: Er fährt besonders aggressiv zum Beginn des Rennens. Im Hauptrennen attackierte er Leimer mehrmals, aber Leimer konnte sich behaupten. Im Sprintrennen kam Coletti gleich am Start auf Rang drei nach vorne! Deswegen sind viele vom Rapax-Fahrer beeindruckt. Seine GP2-Erfahrung seit 2009 spielt er voll aus: Er kennt die Pirelli-Reifen und er weiß, wie man sich die Rennen einteilt. Nur ein Fahrfehler hinderte Coletti am Sieg im Sprintrennen: „Ich habe das Rennen ruhig angehen lassen, habe gesehen, dass Sam Bird am Anfang des Rennens gepusht hat und wollte ihn am Schluss noch holen. Dann hab ich mich aber verbremst, wodurch ich nicht mehr gescheit bremsen konnte.“ Damit verlor er sogar noch Platz zwei an Felipe Nasr.

Leimer (29 Punkte) und Coletti (28) haben wieder die meisten Zähler geholt. Läuft es also auf ein Duell der beiden heraus? Mindestens vier weitere Fahrer dürfen nicht unterschätzt werden. Felipe Nasr zum Beispiel: Das Carlin-Team kommt in der GP2 immer besser in Fahrt und Nasr fällt mir einem sehr schonenden Umgang mit den Reifen auf. Der Brasilianer ist außerdem konstant vorne dabei, holte in Bahrain 24 Punkte – und beinahe den Sieg im Sprintrennen. Nur 0,08 Sekunden musste er sich Sam Bird geschlagen geben! Nur 16 Punkte hat er in der Gesamtwertung Rückstand auf Coletti, damit ist Nasr im Titelkampf voll dabei – auch wenn derzeit kaum jemand auf ihn schaut.

Auch Sam Bird hat ein Ausrufezeichen gesetzt, mit dem Sieg im Sprintrennen. Aber da soll noch mehr kommen: „Wir sind ein neues Team, haben nur in Barcelona getestet, konnten da aber nichts mehr machen, weil die Autos gleich nach Malaysia geschickt wurden. Wir fahren also mit einem Basis-Auto. In Barcelona erwarten wir uns einen Sprung nach vorne“, erklärte Bird am Siegertreppchen in Bahrain. Russian Time ist zwar in der Tat ein neues Team (mit dem Deutschen Timo Rumpfkeil als Manager), aber die Teammitglieder sind derzeit allesamt von iSport. Das Team war ja in der GP2 auch stets vorne dabei, holte 2007 mit Timo Glock sogar den Titel.

Als Favoriten in die Saison gestartet sind aber zwei andere Fahrer: James Calado und Marcus Ericsson. Calado ist derzeit Gesamt-Fünfter, hat schon 40 Punkte Rückstand auf Coletti. Aber da dürfte noch mehr kommen: In Malaysia machte er einen großen Fehler, als er im Sprintrennen die beiden Racing-Engineering-Fahrer Fabio Leimer und Julian Leal abgeräumt hat. Dadurch sammelte er dort null Punkte – und musste in Bahrain zehn Plätze in der Startaufstellung zurück. Das war freilich ein sehr großes Handicap. Ericsson hat derzeit noch gar keine Punkte auf dem Konto, aber mit DAMS und dem Schweden ist trotzdem zu rechnen: Er qualifizierte sich in Bahrain in Startreihe eins, kam dann aber beim Start in die Einführungsrunde nicht los – und musste aus der Boxengasse starten. Damit war das Rennen für Ericsson eigentlich schon gelaufen.

Der Gewinner des Rennwochenendes war aber Fabio Leimer. Es war sein vierter GP2-Sieg – selbst wenn man die europäische F2-Europameisterschaft und die internationale Formel-3000 mitrechnet (also alle GP2-Vorgängerserien), dann ist Leimer jetzt der erfolgreichste Schweizer in der zweiten Liga. Die Schweizer Sieger: Fabio Leimer (4), Clay Regazzoni (3), Sébastien Buemi, Neel Jani, Marc Surer (je 2), sowie Andrea Chiesa und Gregor Foitek (je 1).

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