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IndyCar: Jetzt ist auch Sato ein Sieger

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IndyCar: Jetzt ist auch Sato ein Sieger

 von Michael Zeitler

 

Hintergründe zum Sieg von Takuma Sato.

| Long Beach (!NS!DE-RAC!NG) - „Eigentlich war es ein einfacher Sieg“, sagt Takuma Sato nach seinem ersten Sieg in der US-amerikanischen F1-Serie IndyCar gestern im kalifornischen Long Beach. Ein einfacher Sieg auf dem Monaco der IndyCar? Was Sato meint: Die Strategie seines Foyt-Teams ist voll aufgegangen, bereits nach den ersten Boxenstopps lag Sato in Führung. Das gesamte Rennwochenende über war der erste japanische IndyCar-Sieger bei der Musik: Im Qualifying Startplatz vier, im Warm-Up vor dem Rennen dann sogar die Bestzeit. Am Start schob er sich hinter die Champions Dario Franchitti und Ryan Hunter-Reay schon auf Rang drei, danach war Sato nicht mehr zu halten. Deswegen eben ein „einfacher“ Sieg.

Aber doch irgendwie ein überraschender, auch wenn man damit rechnen musste: Sato hat sein Talent in der IndyCar schon mehrmals unter Beweis gestellt. 2011 fuhr er im KV-Team zwei Mal auf Pole: In Iowa und Edmonton, letztes Jahr gewann er fast das Indy-500: Erst in der letzten Runde crashte er beim Versuch die Führung zu übernehmen in die Mauer. Es war ein Fehler, von dem er jetzt lernen muss. Ovalkurse haben ihre eigene Charakteristik, viele Fahrer, die von den Rundstrecken kommen, haben darin Probleme. Aber gerade auf den Ovalen hat Sato eben immer wieder brillieren können. Zählt der ehemalige F1-Fahrer jetzt sogar zum Favoritenkreis auf den Sieg beim Indy-500 in einem Monat?

Sato hat gute Erinnerungen an Indianapolis, trotz des verlorenen Rennens letztes Jahr in Diensten von Bobby Rahal: 2004 holte er in Indianapolis seine beste Platzierung in der Formel-1: Rang drei im BAR Honda, besser war noch kein anderer Japaner, genauso gut schon zwei: Aguri Suzuki 1990 beim Japan GP im Lola Lamborghini und erst letztes Jahr wieder beim Japan GP Kamui Kobayashi im Sauber Ferrari.

Schon in der Formel-1 war Sato eine beliebte Figur: 2002 kam er mit Jordan in die Formel-1, hatte in Österreich einen fürchterlichen Unfall mit Nick Heidfeld, blieb aber weitgehend unversehrt. Dann kamen die Jahre mit BAR, der Aufbau des japanischen Honda-B-Teams Super Aguri. Auch dank des fahrerischen Könnens war Super Aguri gerade 2007 besser als das Honda-Werksteam! 2008 kam dann leider das Aus: Honda zog die Finanzierung zurück, Teamchef Aguri Suzuki daraufhin den Stecker. Ein F1-Comeback mit Toro Rosso scheiterte, also ging Sato in die IndyCar.

Derzeit wird viel über ein mögliches Comeback von Honda spekuliert, nicht nur mit McLaren, sondern auch mit Sauber. Bringt Honda das eigene Aushängeschild Takuma Sato zurück in die Königsklasse? Es ist eher unwahrscheinlich: Sato ist schon 36 Jahre alt. Aber Sato hat noch viele goldene Jahre vor sich: Sein erster IndyCar-Sieg soll erst der Anfang sein. Er zeigt immer wieder sein Potenzial, gehört fahrerisch zu den besten zehn – und definitiv zu den sympathischsten Personen im Fahrerlager. Viele rechnen ihm sogar Titelchancen aus: Derzeit liegt er auf Rang zwei – nur sechs Zähler hinter Hélio Castroneves.

Sato fährt 2013 erstmals für das Foyt-Team. Teambesitzer AJ Foyt ist mit 67 IndyCar-Siegen der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Serie, doch sein IndyCar-Team ist eher klein. Eigentlich wäre Sato nie für Foyt gefahren, doch Mike Conway entschied sich dazu, aus Sicherheitsgründen keine Ovalrennen mehr zu bestreiten. In Long Beach kehrte der Brite in einem zweiten Dallara Honda von Foyt zurück, aber eben nur weil Long Beach ein Stadtkurs ist.

Beim Sieg in Long Beach war Foyt nicht anwesend: Der 78-Jährige musste sich einer Hüftoperation unterziehen. Die Geschicke des Teams leitete Larry Foyt, sein Enkel – und Adoptivsohn. Den Namen AJ Foyt findet man auch in den F1-Statistiken: Von 1950 bis 1960 zählte das Indy-500 ja zur automobilen Fahrermeisterschaft, Foyt fuhr in diesem Zeitraum drei Mal in Indy, wurde 1959 auf einem Kuzma Offenhauser von Dean Van Lines Zehnter. Bis 1992 war er beim Indy-500 mit von der Partie, vier Mal gewann er es: 1961 in einem Trevis Offenhauser, 1964 in einem Watson Offenhauser, 1967 in einem Coyote Ford, 1977 in einem Coyote Foyt.

Seit 1979 setzt AJ Foyt ein eigenes IndyCar-Team ein. Aber erst als sich die Meisterschaft in ChampCar und Indy Racing League spaltete, wurde man siegreich: Scott Sharp gewann 1996 die Meisterschaft und das Rennen in New Hampshire. Der bis heute erfolgreichste Foyt-Pilot ist Kenny Bräck: Der Schwede gewann vier Rennen mit Foyt und wurde 1998 Meister. Seit her gewannen auch noch Billy Boat und zuletzt 2002 in Kansas Airton Daré aus Brasilien. Elf Jahre musste der kleine Rennstall also auf einen Sieg warten, jetzt beendete Sato die Durststrecke. Satos letzter Sieg liegt sogar noch länger zurück: 2001 gewann er mit mehreren Siegen die britische F3-Meisterschaft für das Carlin-Team.

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