"Wussten S!E, dass...?": Welches F1-Projekt sorgte im Winter 1995/96 für Aufregung?

Geschrieben von: Roland Schäfges. Veröffentlicht in "Wussten S!E, dass...?"

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"Wussten S!E, dass...?": Welches F1-Projekt sorgte im Winter 1995/96 für Aufregung?

 

Wussten Sie, dass, zwei Franzossen die Formel 1 Meldungen im Winter 1995 beherschten?

| 6. AUSGABE: Wussten S!E, dass die heutige GP2 Truppe „DAMS“ im Winter des Jahres 1995 / 1996 die Schlagzeilen, wegen eines möglichen Formel 1 Einstieg zur 1996 Saison diktierte. DAMS, das für Driot-Arnoux Motorsport steht, ist ein französisches Motorsportunternehmen, gegründet 1988 von dem ehemaligen Formel-1-Ferrari Piloten René Arnoux und dem Motorsportunternehmer Jean-Paul Driot, beheimatet im legendären Motorsportort Le Mans.

Das erfolgreiche Top-Team der zweiten Liga, welches bereits 1990 (Eric Comas), 1993 (Oliver Panis) sowie 1994 (Jean-Christophe Boullion) die Meisterschaft in der Internationalen FIA Formel 3000 Europameisterschaft gewinnen konnte, lies bei Ihrem Formel 3000 Chassispartner Reynard, jene bekannte Rennfahrzeugschmiede, welche bekanntlich 1999 mit Britisch American Racing in die Formel 1 eingestiegen ist, ein Formel 1 Fahrzeug bauen. Dieses wurde gar zu Testzwecken mit einem Cosworth-Motor ausgestattet und mit Fahrern wie Christophe Boullion, Laurent Redon oder Jean-Philippe Belloc getestet. Der Reynard wirkte jedoch von Anfang an, sehr Globig und aerodynamisch nicht mehr ganz aktuell.

Der 4. der Teammeisterschaft der Formel 3000 Meisterschaft 1995 setzte bei der gesamten Formel 1 Planung auf zwei Themen. Peugeot, welches damals im Familienbesitz war sowie das dahin dümpelnde Team vom Gerard Larrousse!

Schon bei der Formel 1 Ankündigung von DAMS-Chef Driot vermute die damalige Presselandschaft eine mögliche Kooperation mit dem zweiten französischen Formel 1 Team neben Ligier, Larrousse. Diese Equipe war jedoch nach einer soliden Saison 1994 im hinteren Mittelfeld und dem Ausstieg des Hauptsponsors, einer Brauerei-Gruppe, in arge Finanznot geraten.
Das ganze Jahr 1995 verhandelten Larrousse und Driot über einen gemeinsamen Deal. Zu diesem Zeitpunkt, waren jedoch die Fahrzeuge von Larrousse gar nicht mehr in der Formel 1 am Start. Driot, der wusste, dass dies die letzte Chance für Larrousse war, in der Formel 1 zu verbleiben, verhandelte hart. Er hatte mit „Elf“ dem staatlichen-französischen Mineralölkonzern einen starken Partner. Jedoch, so war ihm bewusst, fehlten ihm noch gut 50 % des Bugnets für einen Rennbetrieb im Jahr 1996.

Sowieso war die Situation um die Mannschaft, welche seit den 80er Jahren, teilweiße als Lola oder Venturi in der Startaufstellung stand, sehr ernst. Da man ein externes Design Büro in England bei Robin Herd hatte (ehemaliger March Mitbegründer; Anm. d. Red), war man faktisch gar darauf angewiesen, ein neues Auto zu bekommen, da die Regeln sich nach den Unfällen des Jahres 1994 sehr geändert hatten. Eben den DAMS-Reynard. Herd entwickelte jedoch nur am Fahrzeug, solange Geld aus Frankreich gekommen ist. Dies war aber dann ziemlich schnell nicht mehr der Fall. Somit war Larrousse ein Team ohne richtiges Fahrzeug.
Auch das wusste Driot. Er hatte mit seinem DAMS Reynard-Cosworth ein zumindest Rennfertiges Fahrzeug, welches nach 1996er Regeln erbaut wurde und bereits auf der Strecke getestet werden konnte.
Das Problem. Keiner wollte bei den Verhandlungen nachgeben. Driot wollte Larrousse, Larrousse jedoch seine Macht nicht verlieren. Für Driot war das eigentlich schon Insolvente Larrousse Team die Chance an billige Werkshallen im Formel 1 Standard, entsprechende Werkzeuge sowie eine große Gruppe von Fachpersonal zurückzugreifen.
Ebenso erhoffte er sich, eine Konzentration Französischer Sponsoren auf das neue Team. Larrousse, nur in der Formel 1 Pleite, verfolgte jedoch auch andere Pläne. Daher er überhaupt mit Driot härter Verhandeln konnte.
Ebenso ein wichtiger Fakt für beide Seiten. Die FOCA Reisezulagen, welche einer Kostenersparnis von ca. 1,5 – 2 Millionen US-Dollar gleichgekommen wäre und das kostenlose Ticket in die Formel 1 selbst. Immerhin musste damals eine Kaution von 48 Millionen US-Dollar an die FIA hinterlegt werden, wenn man als Neueinsteiger hätte einsteigen wollen. Larrousse hatte eine Lizenz.

Da jedoch Driot für DAMS eine bedeutsame Beteiligung am Larrousse Team haben wollte, ja gar eine Übernahme anstrebte, konnte keine Einigung zwischen den zwei charismatischen Französischen Motorsport Urgesteine erzielt werden.

Ein zweiter Baustein war Peugoet. Peugoet, unzufrieden mit den Ergebnissen des Britisch-Irischen Jordan Grand Prix Team, wünsche eine Kooperation mit einem französischen Team. Somit war anzunehmen, da Ligier mit Mugen Honda einen starken Partner hatte und sowieso mit Briatore in ausländischer Hand, das dies der Joker für Driot werden könnte.
Ein DAMS-Peugoet, im Französischem Besitz, dann wahrscheinlich mit Total anstelle von elf Geldern, wäre für die gesamte französische Industrie ein Anreiz gewesen für eine womöglich Zusammenarbeit.
Nur auch Peugoet, wollte nicht so ganz öffentlich zu Driot stehen, so das dieser im Frühjahr 1996 zwar ein fertiges Fahrzeug hatte, jedoch keinen Motor (wenn nur einen schwachen Ford-Cosworth Motor; Anm. d. Red), eine halbe Finanzierung sowie keine Einschreibung bzw. Reisekostenersparnis.

So kam das, was kommen musste. Driot kündigte im Februar 1996, eine Verschiebung aufs Jahr 1997 an, und eine Fortführung der Formel 3000 Aktivitäten mit den Fahrern Redon und Bellec und dem neuen Lola-Zytec. Dabei ist es dann auch geblieben.

Ihr Roland Schäfges


Unsere neue Frage:

7. Ausgabe: Welches ehemalige Formel 1 Team plante im Winter 1998 sein Formel 1 Comeback? Wissen Sie es? Dann schreiben Sie mir doch einfach eine E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Antwort Online: 19. Januar 2008 ab 22:30h bei !NS!DE-RAC!NG

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