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Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: Formel-1 - Die McLaren-Weltmeister: 5. Alain Prost

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Die McLaren-Weltmeister: 5. Alain Prost
von Michael Zeitler
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Alain Prost kämpfte gegen die absoluten Topstars der Szene, wie Ayrton Senna, Nigel Mansell oder Niki Lauda. Trotzdem bringt er es auf 4 WM-Titel, 3 davon mit McLaren. Ein ausführliches Portrait des Franzosen.

| Interlagos (!NS!DE RAC!NG) - Niki Lauda, Alain Prost, Michael Schumacher. Auf dem ersten Blick haben die 3 Piloten nichts gemeinsam, mit der Ausnahme, dass alle 3 herausragende F1-Fahrer waren und dass alle 3 bereits in den Genuss kamen, mehrere Weltmeisterschaften zu gewinnen. Doch auch in welcher Art Lauda, Prost und Schumacher Weltmeister wurden, verbindet die 3. Bei Schumacher war es mit Sicherheit am krassesten ausgeprägt: Der Deutsche gilt als Gründer einer neuen Ära. Einer Ära, in der pures Racing nicht mehr alles ist, in dem Einsatz am Limit und darüber hinaus, nicht mehr der Schlüssel zum Erfolg ist. Eine Ära, in der Strategie entscheidend wurde, in der man das beste Team um sich herum haben musste, in der es familiär zuging, gleichzeitig aber beststrukturiert und in einer Größe, in der vor einigen Jahren noch der gesamte GP-Zirkus bestand. Schumacher und Ferrari feilten damit aber nur ein Konzept aus, dass Niki Lauda Mitte der 70er Jahre bei Ferrari ebenfalls schon anwandte: Damals wurden die Testfahrten immer professioneller, besonders durch Laudas Engagement bei Ferrari.

Auch Alain Prost war ein Stratege. Keine Frage, mit Prost verbindet man immer den genau gegensätzlichen Fahrer, Ayrton Senna. Senna war der Fahrer, der immer am Limit fuhr, der jeden Zentimeter der Strecke nutzte, der die Fans mit seinem aggressiven und spektakulären Fahrstil begeistern. Auf eine Runde war Senna kaum zu schlagen, nicht umsonst führte er lange Zeit die Statistik der meisten Pole Positions an. Prost war im Gegensatz zu Senna eher ein Fahrer, der während des Rennens rechnete. Wenn ein Senna auf Platz 2 liegend am Heck des Führenden klebte, dann suchte er sofort nach nur der kleinsten Lücke. Senna musste sofort am Führenden vorbei, aus eigener Kraft, am besten noch so, dass die Zuschauer auf den Tribünen von den Stühlen purzeln. Fuhr ein Prost an 2. Stelle liegend direkt hinter dem Führenden, ging die Rechnerei los. Lohnt sich ein Angriff im Blick auf die WM? Kommt eine Zeit des Rennens, die günstiger für das Überholen ist?

Professor Prost
Senna das Feuer – Prost das Eis. Die beiden waren wie Feuer und Eis. Und beide waren auf ihre Art erfolgreich. Senna kam auf 3 WM-Titel, Prost holte sich die Weltmeisterschaft gleich 4 Mal und ist damit bis heute hinter Schumacher und Juan Manuel Fangio der 3. erfolgreichste Fahrer der Geschichte. Für seine Art Rennen zu fahren, für seine Art mit Reifen umzugehen – schonend und vorausschauend, wurde Prost von Michelin-Sportchef Pierre Dupasquier gerne als Professor bezeichnet. Ein Spitzname, der haften blieb und bis heute genauso bekannt ist, wie der Spitze Name Löwe für Nigel Mansell. Der negative Spitzname Prosts ist Hakennase, wegen seiner markanten Nase im Gesicht. Die Fahrweise des Professors war im Rennen gut, im Qualifying hatte er deshalb gegen Senna aber oft einen Nachteil, besonders, als die beiden gemeinsam in einem Rennstall fuhren. Prosts Fahrstil war dafür besonders gut für regnerische Bedingungen.

Quali-Duelle von Alain Prost
Alain Prost – John Watson 9:4
Alain Prost – René Arnoux 17:14
Alain Prost – Eddie Cheever 13:2
Alain Prost – Niki Lauda 28:2
Alain Prost – Keke Rosberg 12:4
Alain Prost – Stefan Johansson 16:0
Alain Prost – Ayrton Senna 4:31
Alain Prost – Nigel Mansell 8:8
Alain Prost – Jean Alesi 13:2
Alain Prost – Damon Hill 14:2
Gesamt: Alain Prost – Teamkollege: 134:69

Aber sein Fahrstil war bei den Fans weniger beliebt, als bei Senna. Die Frage aller Fragen für Historiker – wer der beiden Giganten war denn nun besser? Senna oder Prost? – geht deshalb immer recht einstimmig für Senna aus. Ganz einfach, weil Senna in der gemeinsamen McLaren-Zeit Prost tatsächlich überlegen war, aber auch weil Senna einfach ein besonderer Charakter war, der bei den Fans ankam. Ausgerechnet bei den Senna-Fans bekommt Prost miserable Bewertungen. Kein Wunder, schließlich waren die beiden über Jahre erbitterte Feinde. Prost sei zu langweilig gewesen, war zwar ein Talent, hat aber nicht für den Motorsport gelebt, wie etwa Senna. Andere Argumentieren dagegen, welch großartiger Fahrer Prost war. 4 Mal F1-Weltmeister, und das mit Gegnern wie Niki Lauda, Keke Rosberg, Senna, Nigel Mansell oder Damon Hill – also 5 F1-Champions – im eigenen Team! Auch wenn Weltmeisterschaften wie 1989 oder 1993 andere Fahrer eher verdient hätten, auf der anderen Seite hätte Prost auch mehr Weltmeisterschaften gewinnen können. 1983 bei Renault und 1984 bei McLaren war Prost mit Abstand der beste Fahrer – und er war auch nah am WM-Gürtel, aber nicht nah genug.

Alain Prost war ein recht netter Geselle. Umso mehr überraschen die vielen Rivalitäten und vor allem die Zwistigkeiten mit seinen Arbeitgebern. Quasi bei allen F1-Rennställen verstritt sich Prost, was nicht selten zur Trennung führte: Bei Renault wurde Prost auf die Straße gesetzt, weil er Gerüchten zu Folge nicht nur seine Hakennase in der Frau eines Renault-Bosses versenkt haben soll. Bei McLaren war der Haussegen durch das teaminterne Duell Senna versus Prost schiefer als der Turm von Pisa. Die Verbindung zu Ferrari wurde aufgelöst, weil er die Fahrweise des F1-Ferraris mit der eines Lastkraftwagens verglich. Freunde machte er sich damit nicht, aber auch seine ständigen Bestrebungen, Rennleiter bei Ferrari werden zu wollen, kamen nicht gut an. Schließlich bei Williams gab es Streitereien wegen der Verpflichtung von Ayrton Senna. Prost hatte sich für 1993 eine Klausel in den Vertrag setzen lassen, die es Williams unmöglich machte, den Brasilianer zu verpflichten. Die lief aber 1994 aus und weil Prost wenig scharf auf ein neuerliches Teamduell mit Senna war, trat er lieber zurück. Dies ist auch ein Kritikpunkt an Prost, doch im Plädoyer seiner Verteidiger muss erwähnt werden, dass Senna Gleiches schon Jahre zuvor bei Lotus gegen eine Verpflichtung von Derek Warwick unternahm.

Was wäre gewesen wenn...
... Alain Prost 1994 statt Senna bei Williams gefahren wäre?

Was aber wäre passiert, wenn Alain Prost und nicht Ayrton Senna 1994 bei Williams gefahren wäre?
Wer wäre 1994 Weltmeister geworden?
Es wäre auf ein Duell zwischen Alain Prost und Michael Schumacher hinausgelaufen. Eigentlich auch reizvoll, aber weil sich Prost und Schumacher eher ähnlich waren, wäre ein Duell von Schumacher mit Ayrton Senna bei den Fans um Welten besser angekommen. Der Ausgang Schumacher versus Alain Prost ist natürlich rein spekulativ, aber Tatsache ist, dass sich Prost schon 1993 bei Williams schwer tat, den Titel zu holen, zumindest schwerer als Nigel Mansell 1992. Prost wirkte nicht mehr so stark wie in seinen Glanzzeiten, trotzdem hätte es gereicht, um den WM-Kampf zumindest richtig eng zu gestalten. Dennoch: Schumachers Chancen wären nicht schlecht gewesen.
Für welches Team wäre Senna 1994 gefahren?
Schwer zu sagen, denn konkrete Verhandlungen mit anderen Teams blieben aus. Bei McLaren wäre Senna aber nur geblieben, wenn er die Garantie gehabt hätte, 1995 für Williams oder Benetton zu fahren. Ansonsten hätte er die Flucht ergriffen, etwa zu Ferrari. Die Italiener wollten Senna schon seit Jahren verpflichten. Auch Senna wollte seine Karriere ja bei Ferrari beenden.
Wie lange wäre Prost noch Formel-1 gefahren?
Bei Williams wäre er vielleicht noch 1995 geblieben, länger aber wohl nicht. Auch mit der Tatsache, dass er seit Ende 1993 keine Rennen mehr bestritt, verhandelte Prost mit McLaren für ein Comeback als GP-Pilot. McLaren wollte Prost aber nur als Testfahrer und als Ersatz, falls Mika Häkkinen nach seinem schweren Unfall in Australien 1995 nicht mehr einsetzbar gewesen wäre. Wäre er durchgehend zuvor für Williams gefahren, hätte er eventuell noch ein oder 2 Jährchen bei McLaren draufsetzen können - oder auch bei Jordan, denn Eddie Jordan war erpicht darauf, einen ehemaligen F1-Weltmeister zu verpflichten. Verhandlungen mit Mansell versandeten leider.

Prost überwarf sich aber nicht nur mit den Teams selbst, sondern auch mit seinen Teamkollegen. Das Verhältnis zu Senna wurde erst nach der Saison 1993 besser, bei einem Kartrennen in Paris. Senna und Prost sprachen sich endlich aus und freundeten sich sogar an. Es läuft einen kalt den Rücken herunter, aber in diesem Zusammenhang, sei auch Imola 1994 genannt, das Schicksalsrennen von Senna, das er nicht überlebte. Im Training kommentierte Senna eine Imola-Runde für das italienische Fernsehen. Am Ende der Runde schickte er einen Gruß an Alain Prost, „seinem Freund“.

Aber auch mit Nigel Mansell verstand sich Prost nicht immer gut: Beide wurden 1990 Teamkollegen bei Ferrari. Mansell fuhr zuvor schon im Team, Prost kam, nachdem er sich mit McLaren nicht mehr zu einer Vertragsverlängerung einigen konnte. Der Grund dürfte auch in Ayrton Senna liegen. Jedenfalls verstanden sich Mansell und Prost zunächst prächtig. Das änderte sich im Laufe der Saison, 2 Weltklasse-Fahrer in einem Team, das ging eben selten gut. Mansell hatte in der Saison viel Pech und gab zur Mitte der Saison schon den Rücktritt am Ende der Saison bekannt (änderte seine Meinung bekanntlich noch und verpflichtete sich für 2 weitere erfolgreiche Jahre bei Williams), während Prost sehr stark unterwegs war und gegen Senna um den Titel kämpfte. Der Tiefpunkt des Verhältnisses Prost-Mansell war der Portugal GP: Die beiden Ferrari gingen aus der 1. Startreihe ins Rennen. Mansell fuhr dabei in Prosts Spur und war damit verantwortlich, dass die beiden McLaren-Honda-Fahrer Senna und Gerhard Berger durchschlüpfen konnten. In der Pressekonferenz raste Prost danach. Das Verhältnis besserte sich aber nach und nach wieder, auch wenn Mansell zwischendurch nochmal Beschwerden abgab: Prost kam 1993 nämlich nur mit einem Nr.1-Status zu Williams, was Mansell, dem amtierenden Weltmeister mit Williams, natürlich missfiel. Steve Nicholls, ein Ferrari-Insider in diesem Jahr 1990 und zuvor Renningenieur von Senna bei McLaren, klärt auf: „Prost war sehr schnell, schneller als Nigel, besser in jeder Hinsicht, vor allem wenn es darum ging, das Auto zu entwickeln. Er sprach nicht fließend Italienisch, wie es immer hieß, aber er wusste sich zu helfen, wenn er was wollte. Nigel schaffte das nicht und das war ein Problem, mehr für sich selbst, als für sonst jemanden. Er brauchte einen Grund, wieso Alain besser war und meinte fortan, dass es daran läge, weil Alain italienisch sprach und sich mehr ins Team einbrachte.“ Und weiter: „Beim Testen wollte Nigel immer sehr schnell sein, eine Zeit auf den Asphalt brennen und dann nach Hause gehen. Er wusste, was die italienischen Medien und Fans wollten: Einen schnellen Fahrer. So brachte er sie hinter sich. Prost wollte lieber wie ein Team arbeiten.“

Der Familienstamm Prost
Alain Prost ist also der erfolgreichste F1-Fahrer aus Frankreich. Doch die Wurzeln des am 24. Februar 1955 in Saint-Chamond geborenen Prost liegen nicht nur in Frankreich: Seine Mutter Marie-Rose Prost Karatchian ist armenischer Abstammung. Rennfahrer mit Wurzeln aus Armenien sind nicht selten: Christopher J.C. Agajanian setzte in den 50er Jahren sogar in der F1-Meisterschaft Rennwagen ein: Er war von 1948 bis 1971 erfolgreicher Rennstallbesitzer bei den IndyCars und trat im Rahmen des Indy 500 auch in der F1-WM an. Troy Ruttman gewann 1952 im Kuzma Offenhauser sogar das Rennen und sicherte sich damit 9 Zähler für die Fahrermeisterschaft der Formel-1. Durch die Tatsache, dass das Indy500 von 1950 bis 1960 auch Bestandteil der F1-Saison war, tauchte von 1950 bis 1957 noch ein weiterer US-Amerikaner mit armenischen Wurzeln im GP-Sport auf: Fred Agabashian. Mit Rang 4 holte er sich 1953 sein bestes Resultat.

Sein Vater André war aber Franzose durch und durch. Mit dem Motorsportvirus musste sich Alain Prost aber selbst infizieren, denn sowohl Vater André (Möbeltischler), als auch Alains älterer Bruder Daniel, der 1986 einem Krebsleiden erlag, hatten mit Motorsport nichts am Hut – wie auch Alain zunächst nicht. Sportlich war Prost schon in seiner Kindheit, aber erst mit 14 Jahren schwenkte er vom Fußball und Wrestling zum Kartsport um. Mittlerweile ist Alain Prost mit Anne-Marie verheiratet und hat 3 Kinder: Nicolas, Jahrgang 1981, Sacha, Jahrgang 1990), sowie Victoria.

Als Alain Prost vor wenigen Jahren wieder spaßeshalber bei ein paar Eisrennen teilnahm und seinen Sohn Nicolas mitnahm, bekam Nicolas Prost ebenfalls Lust auf das Rennfahren. Der Franzose ist zwar schon 26 Jahre alt, trotzdem baut er sich aktuell eine Karriere auf, die seit wenigen Jahren auch schon bis in die höchsten Klassen geführt hat: 2005 schnupperte er bei Graff Racing in der Formel-World Series by Renault, allerdings noch recht erfolglos. Es folgten 2 Jahre in der spanischen Formel-3: 2006 ließ er bei Racing Engineering öfters mal sein Talent aufblitzen, 2007 wurde er im Team des ehemaligen F1-Piloten Adrian Campos bereits Gesamt-3. Für Oreca fuhr er auch beim 24 Stundenrennen von Le Mans. 2008 gewann er für ELK die europäische Formel-3000, außerdem ist er einer der Fahrer für das französische A1 GP Team.

Prosts Weg in die Formel-1
Mitte der 70er Jahre fuhr Alain Prost im Kartsport einige Erfolge ein, 1976 stieg er damit in den Formel-Sport auf. In der nationalen Formel-Renault sicherte sich Prost stolze 12 Rennen von insgesamt 13 und wurde damit freiwillig mit Abstand Meister. Auch in der europäischen Formel-Renault wurde er ein Jahr später sofort Meister: Im Martini Renault sicherte er sich aber nur knapp den Titel vor Jean-Louis Bousquet. Für die tollen Leistungen bot Willi Kauhsen, der sich zu der Zeit auch mit der Planung eines eigenen F1-Renstalls beschäftigen, Prost einen Kauhsen Renault für die Formel-2-EM an. Bei 2 Rennen klemmte sich Prost auch hinters Steuer. 1978 und 1979 fuhr er in sämtlichen F3-Klassen, holte sich 1978 für Oreca in der französischen F3 und 1979 mit Elf in der europäischen F3 auch den Titel.

Damit erschien eine Saison in der Formel-2 für wenig sinnvoll, zumal es schon 1979 Angebote von F1-Teams hagelte. 1980 stieg Prost in die Formel-1 ein und bekam gleich ein Cockpit bei McLaren. In der ersten Saison erwies sich Prost als Bruchpilot, meist aber unverschuldet: Weil ihm die Federn brachen, flog Prost 2 Mal heftig ab und verletzte sich jeweils so stark, dass er die Rennen auslassen musste: Beim Südafrika GP brach er sich das Handgelenk, beim USA-Ost GP hatte er nach dem Unfall einen dicken Schädel – er war nicht einsatzfähig. Auch abgesehen von den Unfällen war es keine befriedigende Saison für Prost: Am Ende hatte er lediglich 5 Punkte auf seinem Konto, das entsprach Platz 16 in der Gesamtwertung. Das Saisonhighlight: Rang 5 in Brasilien. Für eine Weiterbeschäftigung bei McLaren reichte das nicht. Prost wechselte zu Renault.

Auch bei den Franzosen wurde es zunächst nicht besser: 7 Rennen, 6 Ausfälle. Nicht nur beim 3. Platz in Argentinien deutete Prost allerdings an, dass mehr in ihm steckt. Ausgerechnet beim Heim-GP in Frankreich gewann Prost dann auch sein erstes F1-Rennen. Von da an platzte der Knoten: Es folgten 2 weitere Siege, sowie zwei 2. Plätze. Am Ende bedeutete dies Rang 5 mit 43 WM-Punkten. Bei Renault träumte man nun vom WM-Titel mit Prost am Steuer. Nachdem die Saison 1982 auch prompt mit 2 Auftaktsiegen von Prost startete, witterte man die große Überraschung. Aber 7 Ausfälle in Folge warfen Prost aus dem Titelrennen, bescheidene Ergebnisse nach dieser Pechsträhne konnten ihn auch nicht wieder auf Kurs bringen.

Die 51 F1-Siege von Alain Prost
Frankreich GP 1981
: Alain Prost vor John Watson (McLaren Ford)
Holland GP 1981: Alain Prost vor Nelson Piquet (Brabham Ford)
Italien GP 1981: Alain Prost vor Alan Jones (Williams Ford)
Südafrika GP 1982: Alain Prost vor Carlos Reutemann (Williams Ford)
Brasilien GP 1982: Alain Prost vor John Watson (McLaren Ford)
Frankreich GP 1983: Alain Prost vor Nelson Piquet (Brabham BMW)
Belgien GP 1983: Alain Prost vor Patrick Tambay (Ferrari)
Großbritannien GP 1983: Alain Prost vor Nelson Piquet (Brabham BMW)
Österreich GP 1983: Alain Prost vor René Arnoux (Ferrari)
Brasilien GP 1984: Alain Prost vor Keke Rosberg (Williams Honda)
Imola GP 1984: Alain Prost vor René Arnoux (Ferrari)
Monaco GP 1984: Alain Prost vor Ayrton Senna (Toleman Hart)
Deutschland GP 1984: Alain Prost vor Niki Lauda (McLaren Porsche)
Holland GP 1984: Alain Prost vor Niki Lauda (McLaren Porsche)
Europa GP 1984: Alain Prost vor Michele Alboreto (Ferrari)
Portugal GP 1984: Alain Prost vor Niki Lauda (McLaren Porsche)
Brasilien GP 1985: Alain Prost vor Michele Alboreto (Ferrari)
Monaco GP 1985: Alain Prost vor Michele Alboreto (Ferrari)
Großbritannien GP 1985: Alain Prost vor Michele Alboreto (Ferrari)
Österreich GP 1985: Alain Prost vor Ayrton Senna (Lotus Renault)
Italien GP 1985: Alain Prost vor Nelson Piquet (Brabham BMW)
Imola GP 1986: Alain Prost vor Nelson Piquet (Williams Honda)
Monaco GP 1986: Alain Prost vor Keke Rosberg (McLaren Porsche)
Österreich GP 1986: Alain Prost vor Michele Alboreto (Ferrari)
Australien GP 1986: Alain Prost vor Nelson Piquet (Williams Honda)
Brasilien GP 1987: Alain Prost vor Nelson Piquet (Williams Honda)
Belgien GP 1987: Alain Prost vor Stefan Johansson (McLaren Porsche)
Portugal GP 1987: Alain Prost vor Gerhard Berger (Ferrari)
Brasilien GP 1988: Alain Prost vor Gerhard Berger (Ferrari)
Monaco GP 1988: Alain Prost vor Gerhard Berger (Ferrari)
Mexiko GP 1988: Alain Prost vor Ayrton Senna (McLaren Honda)
Frankreich GP 1988: Alain Prost vor Ayrton Senna (McLaren Honda)
Portugal GP 1988: Alain Prost vor Ivan Capelli (March Judd)
Spanien GP 1988: Alain Prost vor Nigel Mansell (Williams Judd)
Australien GP 1988: Alain Prost vor Ayrton Senna (McLaren Honda)
USA GP 1989: Alain Prost vor Riccardo Patrese (Williams Renault)
Frankreich GP 1989: Alain Prost vor Nigel Mansell (Ferrari)
Großbritannien GP 1989: Alain Prost vor Nigel Mansell (Ferrari)
Italien GP 1989: Alain Prost vor Gerhard Berger (Ferrari)
Brasilien GP 1990: Alain Prost vor Gerhard Berger (McLaren Honda)
Mexiko GP 1990: Alain Prost vor Nigel Mansell (Ferrari)
Frankreich GP 1990: Alain Prost vor Ivan Capelli (Leyton House Judd)
Großbritannien GP 1990: Alain Prost vor Thierry Boutsen (Williams Renault)
Spanien GP 1990: Alain Prost vor Nigel Mansell (Ferrari)
Südafrika GP 1993: Alain Prost vor Ayrton Senna (McLaren Ford)
Imola GP 1993: Alain Prost vor Michael Schumacher (Benetton Ford)
Spanien GP 1993: Alain Prost vor Ayrton Senna (McLaren Ford)
Kanada GP 1993: Alain Prost vor Michael Schumacher (Benetton Ford)
Frankreich GP 1993: Alain Prost vor Damon Hill (Williams Renault)
Großbritannien GP 1993: Alain Prost vor Michael Schumacher (Benetton Ford)
Deutschland GP 1993: Alain Prost vor Michael Schumacher (Benetton Ford)

Einmalig: 4 Mal Weltmeister, 4 Mal Vizemeister
Ab 1983 drehte Prost auf: Nur in 2 Jahren hatte er später im WM-Kampf nichts verloren: 1987 wurde er nur WM-4., 1991 kam er auf den 5. Gesamtplatz. 1992 fuhr Prost nur Testfahrten für Ligier, von F1-Rennen blieb er fern. Aber ansonsten kämpfte Prost von 1983 bis 1993 fast jedes Jahr um den WM-Titel. 1983 ging’s los. Mit seinem Renault RE40 dominierte Prost über weite Phasen der Saison, hatte aber gegen Nelson Piquet und dessen Brabham BMW den kürzeren Atem. Prost musste sich mit dem Vizetitel zufrieden geben. Zwistigkeiten mit Renault beendete zudem die Partnerschaft mit dem französischen Automobilgiganten. Der französische Traum, mit Prost den WM-Titel erreichen zu können, war damit ausgeträumt. Prost konnte aber weiterhin vom Titel träumen.

Die 3 besten Rennen von Alain Prost
Südafrika GP 1982
: In Führung liegend warf Prost ein Reifenschaden zurück – nicht nur um ein paar Plätze: Weil er seinen Renault langsam mit dem platten Reifen um den Kurs chauffieren musste, fiel er auf den letzten Platz zurück, war zum Teil sogar schon überrundet. Doch Prost kämpfte wie ein Stier: Am Ende gewann er das Rennen!
Portugal GP 1987: Kaum ein Fahrer fährt mit so viel Hirn wie der Professor Prost. Seine Spezialität: Fahrer in Fehler treiben und das charmlos ausnützen – so geschehen beim portugiesischen Grand Prix 1987. Mit seinem McLaren Porsche jagte er das halbe Rennen Ferrari-Pilot Gerhard Berger, der das Rennen anführte. Gekonnt schickte er Berger in einen Fahrfehler, fuhr am Österreicher vorbei und gewann anschließend dominierend.
Mexiko GP 1990: Selbstbewusst und siegessicher zeigt sich Alain Prost nach den Trainings. Und auch, als er seinen Ferrari nur auf den 13. Startplatz qualifizierte, verging Prosts Laune nicht. Der Franzose wusste: Er hat in den Trainings ein Setup ausgetüftelt, dass ihn für das Rennen unschlagbar machen würde. Mit einer guten Taktik im Gepäck überholte er Fahrer für Fahrer und gewann das Rennen tatsächlich von Platz 13 aus!

Dem Fahrerlager war es nämlich nicht entgangen, dass sich Prost deutlich weiterentwickelt hat, auch nicht dem McLaren-Team. Teamboss Ron Dennis holte Prost ins Team zurück und pflanzte ihn ins 2. McLaren-Cockpit als Teamgefährte von Niki Lauda. Der Österreicher war klarer Favorit auf den WM-Titel, aber was Dennis mit der Verpflichtung von Prost wahrscheinlich nicht erwartete: Prost war unübersehbar schneller als Lauda! Pechsträhnen und 5 Ausfälle hielten Lauda aber im Titelrennen und letztlich wurde er auch zum 3. Mal Weltmeister. Knapper hätte es aber nicht zugehen können: Mit 72:71,5 Punkten holte sich Lauda den Titel gerade einmal mit einem halben Punkt Vorsprung! Prost dagegen war wieder der Geschlagene, ging dafür aber als absoluter Titelfavorit in die Saison 1985. Tatsächlich gewann Prost 1985 auch den Titel. Er setzte sich gegen Ferrari-Pilot Michele Alboreto durch, dem im Saisonendspurt die Puste ausging.

EINE AUSFÜHRLICHE ZUSAMMENFASSUNG DER SAISON 1985 FINDEN SIE BEI HISTORY->JAHRESRÜCKBLICKE

Prost konnte seinen Titel 1986 prompt verteidigen. Dabei profitierte er von dem Gezanke der beiden Williams-Piloten Nigel Mansell und Nelson Piquet. Die beiden nahmen sich gegenseitig die Punkte weg, Prost sagte „danke“ und profitierte: Zum 2. Mal wurde er F1-WM.

EINE AUSFÜHRLICHE ZUSAMMENFASSUNG DER SAISON 1986 FINDEN SIE BEI HISTORY-> JAHRESRÜCKBLICKE

Williams war 1987 unschlagbar – auch für Prost. Der fuhr zwar eine recht solide Saison, aber mehr als Platz 4 in der Fahrer-WM war nicht drin. McLaren konzentrierte sich deshalb schon früh auf die Saison 1988, mit der alles besser werden sollte: Von Williams warb man die Honda-Motoren ab und begann eine neue fruchtbare Partnerschaft. Und auch der Zugang von Ayrton Senna verstärkte das Team immens. Senna hatte Prost größtenteils im Griff und wurde deshalb 1988 auch Weltmeister. Auch 1989 war er eigentlich besser, aber Prost war viel konstanter als Senna, der zwar selten Federn lassen musste, aber oft auch Opfer der Technik wurde. 1989 holte sich Prost also den Titel zurück und ging danach zu Ferrari – nochmals ein Jahr an der Seite von Senna hätten ihm wohl einige Stressfalten mehr ins Gesicht getrieben.

EINE AUSFÜHRLICHE ZUSAMMENFASSUNG DER SAISON 1990 FINDEN SIE BEI HISTORY -> JAHRESRÜCKBLICKE

Auch bei Ferrari war Prost 1990 sofort ein Titelkandidat. Zur Mitte der Saison konnte Prost sogar 3 Rennen in Folge gewinnen. Senna und McLaren Honda waren aber nach wie vor ein starkes Paket – und Senna war noch wütend: Nachdem Prost Senna im Vorjahr in Suzuka von der Strecke fuhr und damit Weltmeister wurde, hatte Senna gleiches 1990 in Suzuka gegen Prost vor. Eine Geheimaktion war das nicht: Schon am Start sprach Senna davon, Prost rächen zu wollen. Senna hatte ein mutiges Mundwerk, aber er ließ seinen Worten auch Taten folgen: Senna fuhr Prost beim Start eiskalt in den Wagen und beendete damit den WM-Kampf vorzeitig zu seinen Gunsten. Strafen gab es nicht, Prost raste vor Wut. Zumal er 1991 keine Chance mehr gegen Senna hatte. Der Ferrari 642 war kein Meisterwerk und so musste man zur Saisonmitte sogar noch den 643 aus der Taufe heben. Aber Prost blieb sogar sieglos, was er zuvor nur in seiner Anfangssaison 1980 schaffte!

Prost wurde aber 1991 nicht einfach langsamer: Mit dem Ferrari hatte Prost einfach kein WM-fähiges Arbeitsgerät. Das wusste die Ferrari-Teamleitung, das wussten die Fans, und das wusste auch Prost. Prost fasste dies auch in Worten, verglich die Fahrweise des Ferrari F1 mit jener eines LKWs. Für Ferrari war das ein Schlag unter der Gürtellinie und prompt wurde Prost noch vor dem Ende der Saison 1991 auf die Straße gesetzt und gegen Jean Alesi eingewechselt. 1992 blieb Prost dann zunächst ohne Cockpit, um die Möglichkeiten am Transfermarkt ausführlich zu sondieren – mit Erfolg: Prost kam 1993 bei Williams unter und setzte sich damit in ein gemachtes Nest: Williams war 1992 und 1993 absolut dominierend, der WM-Titel für Prost dadurch ein Kinderspiel – eigentlich. Prost kämpfte nämlich mehr, als es ihm lieb war und sogar Teamkollege Damon Hill war nach Mitte der Saison über Phasen besser als Prost. Zu Beginn tanzte zudem Senna noch mit Prost – im vermeintlichen B-Team von Ford, McLaren. Doch es reichte am Ende für Prost zum 4. WM-Titel seiner Karriere.

EINE AUSFÜHRLICHE ZUSAMMENFASSUNG DER SAISON 1993 FINDEN SIE BEI HISTORY -> JAHRESRÜCKBLICKE

Wie schon angesprochen kam Ayrton Senna 1994 zu Williams und Prost machte sich schnell vom Acker. Ein 2. Mal kehrte er zu McLaren zurück und übernahm dort eine Rolle im Management, fungierte aber auch als Testfahrer. Eine Managementrolle wollte Prost schon bei Ferrari innehaben und hatte es später auch bei Ligier inne. Immer wieder gab es Gerüchte, dass Prost bei McLaren nochmals als Stammfahrer zurückkehren würde. Speziell nach dem schweren Unfall von Mika Häkkinen in Adelaide 1995, nachdem zunächst nicht klar war, ob Häkkinen 1996 einsatzfähig sein würde, trainierte Prost auch wieder für eine mögliche Rückkehr. Selbst bei Ferrari war Prost nochmal ein Thema, weil sich Gerhard Berger für den Franzosen stark machte. Prost ließ das Abenteuer aber sausen und verfolgte lieber andere Pläne.

F1-WM-Statistik: Alain Prost
12484
Führungskilometer (Rang 3 in der ewigen Bestenliste)
798,5 WM-Punkte (Rang 2)
198 Rennen (Rang 11)
106 Podestplätze (Rang 2)
97 angeführte Rennen
86 Starts aus der Ersten Reihe (Rang 3)
51 Siege (Rang 2)
41 Schnellste Rennrunden (Rang 2)
33 Pole Positions (Rang 3)
8 Tripples (Rang 4)
7-Mal knapp außerhalb der Punkte (Rang 26)
4 WM-Titel (Rang 3)
2 Disqualifikationen (Rang 14)
Siegquote: 25,758% (Rang 9)
Durchschnittlicher Rückstand auf Pole Position: 1,331% (Rang 10)
Durchschnittliche Startposition: 4,159 (Rang 11)
Pole-Position-Quote: 16,337% (Rang 20)
Ausfallquote: 27,778% (Rang 48)
GP für Teams
1. McLaren 107 GP (1980/’84-’89)
2. Renault 46 GP (1981-’83)
3. Ferrari 30 GP (1990/’91)
4. Williams 16 GP (1993)

Diese Pläne wurden auch in die Realität umgesetzt: Prost kaufte sich vor dem Saisonbeginn 1997 das Ligier-Team! Seine Bestrebungen, das Team zu übernehmen, waren damals nicht neu: 1991 testete er einen Ligier Lamborghini, einen der schlechtesten Ligier-Boliden aller Zeiten. Guy Ligier hatte noch keine Lust, die Leitung des Teams abzugeben, also scheiterte ein Deal mit Alain Prost. Ein Jahr später änderte sich die Meinung von Guy Ligier grundlegend: Die finanziellen Probleme ließen sportliche Erfolge schon seit langer Zeit ausbleiben, einige Teile verkaufte er bereits an Cyril de Rouvre – eine Ruckzuck-Aktion, die aber nötig war. De Rouvre war zwar ein großer Motorsportfan, hatte aber nicht wirklich Ahnung, wie man ein Team führte. 1989 kaufte er nämlich das französische F1-Team AGS von Henri Julien auf. 2 Jahre hatte er Spaß am Team, dann waren die finanziellen Engpässe De Rouvre über den Kopf gewachsen. Er verkaufte den Laden an die beiden Italiener Gabriele Raffanelli und Patrizio Cantu, der zuvor Teammanager bei der Scuderia Italia war und mit dem Crypton-Team ein eigenes Team in der Formel-3000 einsetzte. Auch die beiden konnten das AGS-Team nur noch wenige Monate durchfüttern.

Alain Prost wollte 1992 bei Ligier fahren und gleichzeitig als Teamchef auftreten. Guy Ligier war von dieser Idee nicht überzeugt. Weniger, weil er Alain Prost das nicht zutraute, schließlich schafften das schon andere Fahrer vor ihm, auch wenn die Ansprüche eines Teamchefs in den 90er Jahren schon größer waren, als in den Jahren zuvor, aber natürlich bei weitem noch nicht mit dem zu vergleichen, welche Aufgaben ein Teamchef heute erfüllen muss, in einer komplexen und theoretischen Formel-1. Vor Prost führte Emerson Fittipaldi zum Beispiel schon Ende der 70er Jahre das Copersucar-Team seines ehemaligen Bruders Wilson Fittipaldi und fuhr gleichzeitig Rennen für das Team. Guy Ligier war vielmehr deshalb nicht von der Idee überzeugt, weil er noch immer den Posten des Teamchefs beanspruchen wollte. An De Rouvre verkaufte er nur 26% seines Teams, deshalb holte er ihn auch an Bord. 26% bedeuteten nämlich wieder mehr Geld in der Kasse, aber die Leitung blieb noch bei Ligier. Das änderte sich aber bald: De Rouvre kaufte bald weitere 69% des Teams. Die Verhandlungen mit Prost waren ein 2. Mal gescheitert. 1994 stand Prost wieder auf der Matte, nachdem De Rouvre verhaftet wurde. Dieses Mal war Flavio Briatore, Teamchef von Benetton, aber flotter und zahlungskräftiger. 3 Jahre lang machte der Italiener das Ligier-Team zum Benetton-B-Team, dann verscherbelte er es endlich an Alain Prost. Prost setzte sich gegen 6 weitere Interessenten durch.

Alain Prost nahm aber auch schon vor den 90er Jahren Kontakt zu Guy Ligier auf, allerdings ging es damals nur um den Posten des Rennfahrers. Als Patrick Depailler 1979 einen Unfall beim Drachenfliegen hatte, suchte Ligier fieberhaft nach einem Ersatz für den Franzosen. Alain Prost bot sich an, Ligier lehnte ab. Prost sei noch zu unerfahren. Prost war zu Beginn der Saison noch selber Meinung und schlug deshalb ein Angebot von Ensign aus. Nun hatte sich seine Meinung aber geändert. 10 Jahre später verhandelte Prost neuerlich mit Ligier, nachdem er das McLaren-Team wegen der Rivalität mit Ayrton Senna verlassen wollte. Ferrari schien für Prost aber dann doch die attraktivere Variante.

Prost kauft Ligier
1997 hatte Prost also endlich seinen Rennstall. Einen Rennstall, den er mit Hilfe von Peugeot (kam 1998 zu Prost) und der französischen Regierung zu einem französischen Nationalteam machen wollte – mit Olivier Panis, der beim Monaco GP 1996 den letzten Sieg für Ligier holte, als Hoffnungsträger der Franzosen. Panis sollte erster französischer Weltmeister nach Prost werden – in einem französischen Team von Prost. Prost hatte nun aber auch einen Rennstall, der schon einige Jahre auf den Buckel hatte und speziell Ende der 70er Jahre und Anfang der 80er Jahre mit Ligier-Aushängeschild Jacques Laffite auch einige Erfolge feierte. Guy Ligier, einst ein Rugby-Spieler, verfiel relativ spät der Leidenschaft Motorsport. Nicht zu spät, denn 1967 und 1968 fuhr er tatsächlich sogar F1-Rennen und sammelte sogar einen WM-Zähler. Ligier ging dabei zu keinem Rennteam, sondern meldete privat einen Cooper Maserati und später einen Brabham Repco. Wenn man so will, sind das die Anfänge des Ligier-Teams. Das Team war damals aber noch sehr klein: Lediglich 2 Mechaniker (ein Franzose, ein Brite) unterstützen die private Meldungen von Ligier. Gemeinsam mit seinem Kumpel Jo Schlesser wollte er 1969 ein eigenes Rennteam gründen. Dafür kauften die beiden bereits einige F2-Renner von McLaren. Schlesser verstarb aber bei einem bösen F1-Crash 1968 im Honda. Ligier hatte daraufhin die Lust am Projekt verloren, hing seinen Helm an den Nagel und gründete sein Ligier-Team, das sich auch im Automobilbereich engagierte. Hauptaugenmerk waren Sportwagenrennen und so brachte er 1970 einen Ligier Ford JS1 an den Start zum berühmten 24 Stundenrennen von Le Mans. Das JS steht für Jo Schlesser. 1975 feierte er in Le Mans mit Platz 2 (Fahrer waren Jean-Louis Lafosse und Guy Chasseuil) den größten Erfolg. 1976 stieg er mit Ligier dann auch in die Formel-1 ein.

Die Automobilabteilung von Guy Ligier blieb auch weiterhin bestehen, nachdem Alain Prost das F1-Team kaufte. Neben Guy Ligier ist mittlerweile auch sein Sohn in der Leitung der Firma. 2004 betätigte sich Ligier auch wieder im Motorsport, mit dem Bau eines Boliden für die Formel-3. Das Ligier-Team, das für 1984 sogar einmal einen IndyCar-Renner konstruierte, der von Kevin Cogan pilotiert wurde (ein Einsatz von Andrea de Cesaris mit dem Ligier beim Indy500 kam nicht zu Stande), übernahm das Team von Tico Martini, der seinen Martini-Rennstall in den 70er Jahren sogar in die Formel-1 führte. Martini und Ligier arbeiten nun in der Formel-3 zusammen und bei den Sportwagen. Das F3-Projekt schlief wieder etwas ein, Nicolas Hülkenberg, mittlerweile F1-Testfahrer bei Williams testete den Boliden – das war’s dann aber auch.

Mit Alain Prost in der Teamführung, überraschte das Team 1997 die Konkurrenz. Prost erntete damit aber nicht die eigenen Früchte, sondern die harte Arbeit seiner Vorgänger. Auf die Saison 1997 hatte Prost nämlich keinen Einfluss mehr, weil er den Rennstall erst kurz vor dem Saisonauftakt unter seine Obhut brachte. Prost ließ sogar noch die Bezeichnung JS45 stehen, erst 1998 nannte er den Prost-Renner auch in AP01 (AP für Alain Prost natürlich) um. Im Heck des JS45, den Olivier Panis und Shinji Nakano steuerten, schlummerte noch ein Mugen Honda. Während Panis von Erfolg zu Erfolg hetzte, kümmerte sich Prost im Hintergrund um einen Deal mit dem französischen Automobilhersteller Peugeot. Prost sah in Peugeot eine Bedingung zum Erfolg, doch letztlich verlief die Partnerschaft eher rau: Gegenseitiges Misstrauen, ausbleibende Zahlungen, unangekündigter Rückzug, teure Motoren – eine Liebesbeziehung war das nicht.

Die Mugen-Honda-Aggregate verhalfen Prost dagegen zur besten Saison des Teams unter Alain Prost: Panis sammelte fleißig Punkte, wurde in Australien 3., in Spanien sogar 2. Nach 7 Rennen lag der Franzose völlig überraschend auf Platz 3 in der Fahrerwertung. Beim Kanada GP spielte das Schicksal jedoch übel mit: Panis baute einen schweren Unfall und brach sich beide Beine. Er musste einige Rennen aussetzen. Prost konnte von Minardi passenden Ersatz abwerben: Jarno Trulli. Der Italiener befand sich noch in seiner ersten F1-Saison, führte aber wie ein Routenier über 30 Runden lang gekonnt den Österreich GP an. Ein spektakulärer Motorschaden ließ die Sensation verrauchen. Als Panis für die letzten Rennen wieder zurückkehrte, deutete sich an, was sich in den folgenden Jahren bestätigen sollte: Panis konnte an seine guten Erfolge von vor seinem Unfall nicht mehr anknüpfen. Panis fuhr aber 2 weitere Jahre bei Prost, neben Trulli.

Die umfangreichen Umstrukturierungen im F1-Reglement machten den kleinen F1-Teams schwer zu schaffen. Auch Prost merkte das und trotz der Partnerschaft mit Peugeot, konnte man 1998 mit Trullis 6. Platz in Belgien nur einen einzigen Punkt an Land ziehen. Durch chaotische Rennverläufe sah Prost 1999 wieder besser aus: Beim Europa GP fuhr Trulli sogar auf Platz 2 hinter Sieger Johnny Herbert im Stewart Ford. Doch das Regenrennen forderte viele Ausfälle unter den Favoriten. Während dessen reiste Prost immer öfter nach Spanien um mit potenziellen Sponsoren aus Spanien zu verhandeln. 2000 und 2001 blieben die Gespräche noch ohne Erfolg, aber für 2002 konnte Prost den spanischen Mineralölkonzern Repsol als Sponsor gewinnen. Wie sich herausstellen sollte, war das aber schon zu spät. Prost ließ auch immer mehr Spanier testen: Neben Pedro de La Rosa griff auch Oriol Servia ans Steuer eines Prost Peugeot.

Das Prost-Team geht unter
Als Stammfahrer kamen 2000 Jean Alesi und Nick Heidfeld. Doch die Saison endete mit 0 Zählern und dem Rückzug von Peugeot. Prost-Sponsor Acer zahlte die Ferrari-Kundenmotoren für 2001 und so war für Prost nicht schon nach der Saison 2000 Schluss. Aber lange konnte sich Prost nicht mehr über Wasser halten: Alesi und später Alesi-Ersatz Heinz-Harald Frentzen sorgten für Achtungserfolge (Frentzen qualifizierte sich für den Belgien GP als 4.!), daneben fuhren Fahrer wie Gaston Mazzacane, Luciano Burti oder Tomas Enge um die rote Laterne.

Nach der F1-Saison 2001 sah es für das Prost-Team düster aus. Viele Sponsoren sprangen ab, Schulden mussten gemacht werden, die Zukunft schien gefährdet. Alain Prost holte damals zum Rundumschlag aus: „Die Partnerschaft mit Peugeot war die Hölle und letztlich auch ein Grund des Scheiterns. Auch viele Sponsoren erfüllten die Verträge nicht. Von der französischen Regierung gab es nicht den Hauch an Unterstützung.“ Der damalige Sportdirektor des Teams, John Walton sah das anders: Alain Prost wollte einfach keinerlei Macht abgeben. Es habe durchaus Interessenten gegeben, die das Team retten wollten. Einer von ihnen war der ehemalige F1-Pilot Pedro Diniz. Der Brasilianer besaß seit 2000 mit seinem Vater Abílio Diniz, ebenfalls ein ehemaliger Rennfahrer, 40% des Prost-Teams und wollte mit der Übernahme der restlichen 60% auch die Schulden tilgen. Prost lehnte ab, weil er somit entmachtet worden wäre. Prost selbst sieht das freilich anders: „Diniz war doch keinesfalls seriös.“ Gespräche mit 2 amerikanischen Investoren versandeten, der Scheich Prinz Khaled al-Waleed, der zuvor schon das Minardi-Team übernehmen wollte und in den 80er Jahren bei Williams Sponsor war, zog sein verlockendes Angebot kurz vor knapp zurück – angeblich wegen den Auswirkungen der Terroranschläge des 11. Septembers 2001. Eine Übernahme des Prost-Teams durch Craig Pollock, der bereits das BAR-Team mitgründete und ein Jahr später auch den Arrows-Rennstall kaufen wollte, scheiterte aus gleichen Gründen wie jene durch Diniz. Auch mit der kanadischen Firma Vector Motor Sport von Marc Bourdeau, die schon 2000 das Team übernehmen wollten und an einem F1-Motor arbeiteten, kam es zu keiner Übereinkunft. Am 28. Februar 2002 um 11 Uhr lief die Frist zur Rettung der Prost-Firma ab.

Prost war insolvent und die Reste des Teams wurden von Charles Nickerson aufgekauft, der das Team in Phoenix umbenannte und damit 2002 als neues Team an den Start gehen wollte. Er kaufte die neuen Chassis, die Prost 2002 einsetzen wollte, sowie auch die Chassis aus dem Jahr 2001, dazu auch die F1-Rechte von Prost, also die Einschreibung für die F1-WM 2002, sowie die Rechte auf Gelder aus dem F1-Einnahmetopf. Der Verkauf wurde zunächst von Virginie Papin (Prost-Pressesprecherin), um 15 Uhr gleichen Tages auch vom Handelsgericht in Versailles bestätigt. Der Insolvenzverwalter Cosme Rogeau sah das offenbar anders und wollte die Einzelteile des Teams lieber versteigern. Derweil wurden die Drahtzieher des Phoenix-Teams bekannt: Tom Walkinshaw, der bereits das Arrows-Team besaß, und dessen Rennteam TWR (Tom Walkinshaw Racing) hat sich mit Nickerson zusammen getan und will das Team an den Start bringen. Offenbar gab es hinter den Kulissen auch Gespräche mit dem Automobilhersteller Skoda. Beim Australien GP jedenfalls fehlte das Team. Walkinshaw war aber zuversichtlich zumindest für Brasilien, oder sogar schon zum 2. Rennen in Malaysia mit dem neuen Team antreten zu können. Natürlich gab es einige Probleme: Ferrari kündigte an, dass man dem Team keinen Motor zur Verfügung stellen würde. Arrows wollte die eigenen Motoren, die man 1999 einsetzte und auf noch älteren Hart-Motoren basierten, zur Verfügung stellen, aber das war dann doch zu abenteuerlich. Niki Lauda, nicht nur 3 Mal F1-Weltmeister, sondern damals F1-Teamchef von Jaguar und damit auch der Ford-F1-Kasse, erklärte, dass man nicht abgeneigt sei, das Team mit Motoren zu versorgen. Als Fahrer waren Gaston Mazzacane und Tarso Marques, sowie als Testfahrer Tomas Enge aufgeboten. Walkinshaw und Nickerson kümmerten sich um alles, nur um eines nicht: Sie fragten weder beim Automobilweltverband FIA, noch bei F1-Boss Bernie Ecclestone nach, ob die Verträge des ehemaligen Prost-Rennstalls mit der F1 noch Gültigkeit besitzen, denn nachdem sich Walkinshaw dem Ganzen annahm, existierte das Team faktisch nicht mehr. Denn Walkinshaw, der schon 1995 und 1996 Anteilseigner im Team war, als es noch Ligier hieß, ließ alles andere auflösen und nahm nur die Autos mit.

Besonders Paul Stoddart, Besitzer des Minardi-Teams stellte sich den Plänen Walkinshaw quer. Der Australier wollte Prost ebenfalls kaufen, aber nur um damit sein Minardi-Team zu bereichern. Als er erkannte, dass die Handlungen Walkinshaws dem Concorde Agreement widerstrebe, drohte er mit Gerichtsverfahren. Die FIA prüfte die Unterlagen für Nickerson, der in Malaysia an den Start gehen wollte (er reiste mit einem 25-Mann starken Team an) und kam zum Ergebnis: Er habe lediglich die Prost-Fahrzeuge gekauft, nicht aber die Rechte. Logische Schlussfolgerung: „Das Phoenix-Team werde weder beim Malaysia GP, noch beim Rest der Saison an der F1-WM teilnehmen.“ Das Phoenix-Team war damit Geschichte.

F1-WM-Statistik: Team Prost
160 Führungskilometer (Rang 46 in der ewigen Bestenliste)
83 Rennen (Rang 31)
35 WM-Punkte (Rang 37)
7-Mal knapp außerhalb den Punkterängen (Rang 27)
3 Podestplätze (Rang 33)
Durchschnittlicher Rückstand auf Pole Position: 2,908% (Rang 32)
Ausfallquote: 44,785% (Rang 62)
Durchschnittliche Startposition: 14,479 (Rang 133)
GP für Ligier/Prost
1. Jacques Laffite (FRA) 139 (1976-’82/’85/’86)
2. Olivier Panis (FRA) 90 (1994-’99)
3. René Arnoux (FRA) 53 (1986-’89)
4. Jarno Trulli (ITA) 38 (1997-’99)
5. Thierry Boutsen (BEL) 32 (1991/’92)
6. Eric Comas (FRA) 29 (1991/’92)
7. Jean Alesi (FRA) 29 (2000/’01)
8. Andrea de Cesaris (ITA) 27 (1984/’85)
9. Martin Brundle (GBR) 27 (1993/’95)
10. Philippe Alliot (FRA) 22 (1986/’90)

Alain Prost besaß übrigens auch schon ein F3000-Team: Ende 1998 kaufte der Franzose das Apomatox-Team, das Dominique Delestre Ende der 80er Jahre gründete, nachdem ein Unfall seine F3000-Rennfahrerkarriere beendete. Delestre blieb als Teammanager an Bord des Rennstalls, der nun als Prost-Juniorteam fungierte. Nach der Prost-Pleite war natürlich auch für das F3000-Team Aus die Maus. Prost bestritt seither einige Eisrennen, 2005 fuhr er für Exagon Racing auch einen Chrysler in der FIA GT-Serie. Mit einem Sieg wurde er Gesamt-11. MZ

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