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Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: Formel-1 - Die McLaren-Weltmeister: 7. Mika Häkkinen

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Die McLaren-Weltmeister: 7. Mika Häkkinen
von Michael Zeitler
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Mika Häkkinen wirde 2 Mal F1-Weltmeister - beide Male mit McLaren. Mit dem Portrait des charismatischen Finnen endet die Serie über die McLaren-Weltmeister bei !NS!DE RAC!NG.

 

| Interlagos (!NS!DE RAC!NG) - Es gibt nur wenige, die Mika Häkkinen nicht mochten. Ganz wenige. Egal, aus welcher Kameraperspektive, egal nach welchen Ereignissen, egal ob gut gelaunt, oder schlecht gelaunt – egal wann eine Kamera Schnappschüsse von Mika Häkkinen schoss, immer wirkte der Skandinavier sympathisch und warmherzig. Finnen gelten als wortkarg, cool, lessig, doch Häkkinen war anders. Er hatte die positiven Eigenschaften der finnischen Charakterzüge, zeigte aber auch Emotionen. Nie wurde Häkkinen wütend, nie hat man ihn schreien sehen. Aber Häkkinen brach auch das ein oder andere Mal in Tränen aus, etwa nach einem Fahrfehler beim Italien GP 1999, als er in Führung liegend den Sieg wegschmiss. Unter den Bäumen fand man einen am Boden zerstörten Häkkinen, der nun um seine Titelverteidigung bangen musste.

Häkkinen der Sympathieträger
Aber es ging auch anders. Häkkinen sorgte 2000 für eines der besten Überholmanöver dieses Jahrtausends. Als er sich beim Belgien GP Ferrari-Pilot und Erzrivalen Michael Schumacher schnappte und damit versuchte, die Weltmeisterschaft noch zu seinen Gunsten zu drehen. Es wäre der Hattrick gewesen, der 3. Titel in Folge, aber dazu kam es nicht. Denn Mika Häkkinen schied beim USA GP mit Motorschaden aus – das war’s. Aber „shit happens“, wie Häkkinen sagte, mehr nicht. Überhaupt: 3 Jahre kämpften Häkkinen und Schumacher an der Spitze des Feldes, und kaum ein Duell war freundschaftlicher als dieses Duell. „Keine Berührungen, keine Unfälle, kein Streit. Mika war mein Lieblingsgegner“, bilanzierte Schumacher. Wer Schumacher-Fan war, war irgendwie auch Häkkinen-Fan, und umgekehrt. Schumacher erklärt auch das Monsterüberholmanöver in Spa bei jenseits von 300 Stundenkilometern und bei der Überrundung von BAR-Honda Pilot Ricardo Zonta: „Zonta ging mitten auf der Geraden vom Gas, ich rauschte außen vorbei. Ich habe nie gedacht, dass Mika innen noch Platz hatte.“ Doch Mika hatte Platz, nutzte den doppelten Windschatten. Beide zogen an Zonta vorbei, und Häkkinen noch dazu an Schumacher.

Die 3 besten Rennen von Mika Häkkinen
Portugal GP 1993:
McLaren Mercedes hatte 1993 ein Luxusproblem: Mit Ayrton Senna, Michael Andretti und Mika Häkkinen hatte man 3 Fahrer an Bord, von denen viel erwartet wurde. Senna war bereits 3 Mal Weltmeister, Häkkinen ließ bei Lotus aufhorchen, Andretti bei Newman Haas in der IndyCar. Weil Senna sich nicht langfristig über die gesamte Saison binden wollte, verpflichtete man Häkkinen als Ersatzfahrer. Für 1994 garantierte man dem Finnen einen Stammplatz, weil Teamchef Ron Dennis die Mätzchen von Senna satt hatte. Häkkinen aber kam schon früher zum Einsatz: Andretti konnte in der Formel-1 nicht überzeugen, nach dem Italien GP wurde er vor die Tür gesetzt. Stattdessen kam beim Portugal GP Häkkinen zum Zug und besiegte Senna im Qualifying! Zur Erinnerung: Senna führte die Statistik der meisten Pole Positions für eine lange Zeit an und galt im Quali als unschlagbar. Häkkinen schaffte es am Start beinahe in Führung zu gehen, dann fiel er sogar noch hinter Senna zurück. Während Senna mit Motorschaden ausfiel, fiel Häkkinen durch einen Unfall aus – aber Häkkinen konnte sich gut in Szene setzen.
Belgien GP 2000: In den letzten Jahren nahmen gute Überholmanöver ab. Die engen Streckenvarianten und die ausgefeilte Aerodynamik ließ kaum noch Überholmanöver zu, umso mehr stachen die dann aber heraus. Schauplatz: Spa zum Großen Preis von Belgien. Michael Schumacher im Ferrari führt die WM an, musste in den vergangenen Rennen aber Federn lassen. Mika Häkkinen (McLaren Mercedes) kam dem Deutschen immer näher – wie auch im Rennen. Die letzten Runden waren angebrochen, als sich Häkkinen immer fetter im Rückspiegel Schumachers bemerkbar machte. Für beide stand nun die Überrundung von BAR-Honda-Fahrer Ricardo Zonta an. Am Ende der langen Geraden nach Eau Rouge – die Fahrer sind an diesem Punkt deutlich schneller als 300 Stundenkilometer – setzte Schumacher seinen Ferrari außen neben Zonta. Häkkinen nutzte den doppelten Windschatten und setzte sich innen an Zonta. Im Flug rauschten beide an den Brasilianer vorbei, Häkkinen aber nicht nur an Zonta, sondern auch an Schumacher. Er gewann und ging damit in der WM auch an Schumacher vorbei.
USA GP 2001: Die Saison 2001 war für Mika Häkkinen äußerst bescheiden. Zahlreiche technische Defekte, eine aussichtslose Position im WM-Kampf stimmten Häkkinen rennmüde. Als seine Ehefrau Erja dann auch noch Sohnemann Hugo gebar, verlor Häkkinen jegliche Lust am Rennfahren. Vor dem USA GP in Indianapolis verkündete er seinen Rücktritt und wirkte danach befreit. So befreit, dass er das Rennen dominierend für sich entscheiden konnte! Es war sein letzter Sieg, es war einer seiner besten Siege. Es war nämlich auch jener Schauplatz, an dem er ein Jahr zuvor durch einen Motorschaden alle Titelchancen in den Sand setzte.

Mika Häkkinen wirkte immer brav. Die Rolle des Familienvaters war ihm perfekt zugeschnitten. Mit seiner 1998 angetrauten Erja Honkannen (mittlerweile wieder geschieden) und seinem Sohnemann Hugo war er quasi immer in der Boxengasse zu sehen. Kein Wunder, dass viele tatsächlich geglaubt haben, dass Häkkinen Ende 2001 nur eine Baby-Pause einlegen würde und nicht, dass er nie wieder kommen würde. Doch tatsächlich war es ein ewiger F1-Rücktritt, auch wenn ihn später der Motorsport-Virus auch im kalten Finnland einholte und er zwischenzeitlich auch an ein F1-Comeback dachte.

Häkkinen war aber nicht immer der brave. Ein Freund erinnert sich auch an die anderen Seiten von Mika Häkkinen: „Als Mika in der Formel-3 fuhr, schmiss er oft riesen Partys. Er lud Mechaniker und Freunde ein. Am Ende stellte sich jedoch raus, dass Häkkinen keinen Dollar in der Tasche hatte.“ Ein anderes Beispiel bringt einer der angesprochenen Mechaniker: „Mika reiste ja fast täglich zwischen England und Finnland umher. Jeder Flug war riskant, denn Mika hatte kein Visum. Und als er erwischt wurde, hätte er fast ein Rennen verpasst“. Seine Formel-3 Zeit war also nicht nur von Glanz übersäht. Ganz im Gegenteil, das erste Jahr in der britischen F3 hätte auch das Ende der Karriere sein können. „Zu schlecht im Englisch, zu schwach beim Abstimmen“, lautete das Urteil seiner damaligen Dragon Racing Crew. Zum Glück hat Häkkinen weitergemacht.

Häkkinen das Maß aller Dinge in Skandinavien
Bereits mit 5 Jahren hat Mika Häkkinen mit dem Kartfahren begonnen. Als 5-maliger finnischer Kartmeister wechselte er 1987 in die Formel-Ford. Er blieb aber zunächst Skandinavien treu und fuhr in der schwedischen und nordischen Ablegerserie der Formel-Ford. In beiden Serien sicherte er sich im Reynard den Meistertitel, in Schweden mit 5 Siegen aus 6 Rennen. Damals fuhren teils hochkarätige Fahrer in der Serie mit. Häkkinen besiegte beispielsweise den späteren finnischen F1-Fahrer Mika Salo, oder Kenny Bräck, der nach einigen Formel-1 Testfahrten nach Amerika ging und IndyCar fuhr.

Die nächsten 2 Jahre bestritt Mika Häkkinen bei Dragon Racing, zunächst in der Opel Lotus Serie. Mit 4 Siegen aus 10 Rennen konnte Häkkinen die Formel-Serie für sich entscheiden und sich für höhere Aufgaben empfehlen, sprich für die britische Formel-3. Häkkinen verwies in der Opel Lotus Serie den Norweger Henrik Larsens und den Briten und späteren F1-Fahrer Allan McNish auf die Meisterschaftsplätze 2 und 3. Nach dem die ersten F3-Saison 1989 noch etwas miserabel verlief, blühte er bei West Surrey Racing 1990 in der britischen Formel-3 richtig auf. Die beiden Mikas, denn auch Mika Salo war in der Saison sehr erfolgreich, dominierten die britische Formel-3 Saison nach Belieben. Häkkinen machte auch einen Abstecher in die deutsche Formel-3, und auch das Rennen gewann er. In den 17 Rennen gewann er 9 und wurde vor Salo Weltmeister.

Britische Formel-3 Saison 1990
1. Mika Häkkinen (FIN) 121 (West Surrey; Ralt Mugen Honda)
2. Mika Salo (FIN) 98 (Alan Docking; Ralt Mugen Honda)
3. Steve Robertson (GBR) 49 (Bowman; Ralt VW)
4. Christian Fittipaldi (BRA) 36 (West Surrey; Ralt Mugen Honda)
5. Peter Kox (NED) 28 (Bowman; Ralt VW)
6. Philippe Adams (BEL) 25 (Bowman; Ralt VW)
7. Paul Stewart (GBR) 21 (Paul Stewart; Reynard Mugen Honda)
8. Jonathan McCall (GBR) 13 (Swallow; Reynard Mugen Honda)
9. Derek Higgins (IRL) 12 (Paul Stewart; Reynard Mugen Honda)
10. Minoru Tanaka (JPN) 10 (West Surrey; Ralt Mugen Honda)
11. Paul Warwick (GBR) 10 (Superpower; Reynard Mugen Honda)
12. Hideki Noda (JPN) 8 (Alan Docking; Ralt Mugen Honda)
13. Jason Elliot (GBR) 4 (Hepworth; Reynard VW)
14. Jordi Gené (ESP) 1 (Techsport; Reynard VW)
15. Julian Westwood (GBR) 1 (Swallow; Reynard Honda)

Ein bedeutendes Rennen jedoch konnte Mika Häkkinen nicht gewinnen. Es war das nicht zu Meisterschafzählende, aber klassische Rennen in Macau. Damals gab es einen berühmten Unfall zwischen Häkkinen und Schumacher. Häkkinen sicherte sich die Pole-Position bei diesem Einladungsrennen und gewann den ersten Lauf mit knapp 2 Sekunden vor Schumacher. Beim Start des 2. Laufes (Häkkinen startete erneut von der Pole) kam er schlechter weg als Schumacher und lag nur an 2. Stelle. Doch in der letzten Runde wollte es Häkkinen doch noch einmal wissen (obwohl der 2. Platz knapp hinter Schumacher in der Addition eigentlich auch für den Gesamtsieg gereicht hätte) und setzte zum Überholversuch gegen Schumacher an. Schumacher zog mitten auf der Geraden rüber, berührte Häkkinen, der das Rennen beenden musste, gewann den 2. Lauf und wurde Gesamtsieger des Macau Formel-3 Grand Prix 1990.

Mika dazu: „Ich dachte, ich würde sterben. Es ist mein schlimmster Unfall gewesen. Ich schloss meine Augen und hielt das Lenkrad fest, als feststand, dass ich in die Mauer krachen würde. Ich bin von Schumachers Verhalten sehr enttäuscht. Es ist schockierend, so etwas bei 240 km/h zu machen. Ich war sehr überrascht, als er plötzlich rüberzog. Ich hatte eine exzellente Chance zu überholen, doch er machte die Tür zu.“ Es sollen auch – wie bei Häkkinen nicht unüblich – Tränen geflossen sein! Viel Interpretationsspielraum des Duells der beiden späteren F1-Titelraum gibt es nicht: Die beiden Duelle die Schumacher vs. Häkkinen (11. Rennen der Deutschen Formel-3 in Hockenheim und das Macau-Rennen) wurden klar von Häkkinen dominiert, beziehungsweise gewonnen. Und dass Schumacher nicht der beste Verlierer ist und immer der Letzte, der nachgibt, wird ja nicht einmal von seinen Fans bestritten.

Alle Siege von Mika Häkkinen in der britischen Formel-3
Thruxton 1990: Häkkinen vor Mika Salo (Alan Docking; Ralt Mugen Honda)
Thruxton 1990: Häkkinen vor Mika Salo (Alan Docking; Ralt Mugen Honda)
Brands Hatch 1990: Häkkinen vor Peter Kox (Bowman; Ralt VW)
Snetterton 1990: Häkkinen vor Steve Robertson (Bowman; Ralt VW)
Oulton Park 1990: Häkkinen vor Mika Salo (Alan Docking; Ralt Mugen Honda)
Silverstone 1990: Häkkinen vor Mika Salo (Alan Docking; Ralt Mugen Honda)
Brands Hatch 1990: Häkkinen vor Philippe Adams (Bowman; Ralt VW)
Donington 1990: Häkkinen vor Philippe Adams (Bowman; Ralt VW)
Silverstone 1990: Häkkinen vor Christian Fittipaldi (West Surrey; Reynard Mugen Honda)

Formel-1 Debüt mit Lotus
Bereits während seiner F3-Zeit testete Mika Häkkinen einen Formel-1 Rennwagen, nämlich einen Benetton Ford von 1988. Lotus wurde daraufhin (F1-Test, F3-Titel) aufmerksam auf den jungen Finnen und verpflichtete ihn für die Saison 1991. Häkkinen gab sein F1-Debüt damit bei einem des erfolgreichsten Teams der Geschichte. Hinter Ferrari, McLaren und Williams ist Lotus das 4. erfolgreichste F1-Team der Geschichte, und neben der Scuderia Ferrari wohl das Bekannteste und traditionsreichste Team. Und das Team mit den meisten Mythen. Dafür sorgte schon allein Markengründer und Formel-1-Haudegen Colin Chapman. Doch von altem Glanz war in der Saison 1991 nicht wirklich viel übrig. Lotus gurkte mit den ultralangsamen Judd-Motoren und mit einem noch viel schlechterem Kontostand im Nirgendwo rum. Besitzer gingen ein und aus, die Drehtür war praktisch keine Minute still.

Dem entsprechend verlief das erste Rennen für Mika Häkkinen. Häkkinen erinnert sich: „Auf einer Bodenwelle schlugen meine Knie gegen das Lenkrad, und schon hatte ich es los in der Hand! Ich kam in die Boxen, wo es hastig eingeklinkt wurde, aber nach einigen Runden musste ich schon wieder rein, um jenes von Teamkollegen Julian Bailey montieren zu lassen, weil meines offenbar hin war. Später wäre ich um ein Haar mit Mark Blundell zusammengerammt, der sich vor Start und Ziel drehte. Schließlich ging eine Ölleitung kaputt – Feierabend. Ein ziemlich aufregender Nachmittag.“ Was Häkkinen nicht beschrieb, was das spektakuläre Feuer an seinem Lotus Ford nach der kaputten Ölleitung.

F1Qualiduelle von Mika Häkkinen
Mika Häkkinen
– Julian Bailey 4:0
Mika Häkkinen – Johnny Herbert 10:14
Mika Häkkinen – Michael Bartels: 4:0
Mika Häkkinen – Ayrton Senna 1:2
Mika Häkkinen – Martin Brundle 15:0
Mika Häkkinen – Mark Blundell 12:2
Mika Häkkinen – Nigel Mansell 2:0
Mika Häkkinen – David Coulthard 68:31
Gesamt: Mika Häkkinen – Teamkollegen: 116:49

Aber auch in Voranschreiten der Saison änderte sich die Performance kaum. Sensationell schaffte Häkkinen beim Imola GP einen 5. Platz. Dank diesen 2 Punkten wurde er WM-15. Sein Lotus-Cockpit, das Häkkinen hauptsächlich durch Marlboro-Gelder bekommen hat, behielt er auch für 1992. Die Saison wurde deutlich besser. Seinem Teamkollegen Johnny Herbert war Häkkinen zwar oft unterlegen, aber Häkkinen sammelte einige Punkte. Und so wurde er mit 11 Punkten respektabler WM-8. Herbert sammelte viel weniger Punkte, weil der Brite im Rennen oft schwächer war, oder Pech hatte. Häkkinen aber konnte vor allem im Rennen überzeugen und wurde damit zu einem heißen Eisen im Transfermarkt für die Saison 1993. Gleich mit 3 Teams führte Häkkinen Gespräche: Williams, Ligier und McLaren. Bei Williams hätte Häkkinen beinahe schon 1992 angeheuert, denn sein Manager Keke Rosberg verschaffte ihm einen Williams-Vertrag, obwohl Häkkinen noch einen Kontrakt mit Lotus hatte. Doch Lotus versäumte es, sich rechtzeitig in die Nennliste für die neue Saison einzutragen, ein Beispiel, wie tief Lotus bereits gesunken war. Letztlich ließ die FIA Lotus starten und Lotus holte sich Häkkinen zurück.

Was wäre gewesen wenn…
…Mika Häkkinen 1992 zu Williams gewechselt wäre?

Wie oft wäre Mika Häkkinen Weltmeister geworden?
Das ist freilich spekulativ, aber die Chancen, mehr als nur die 2 WM-Titel, die er mit McLaren eingefahren hat, hätten nicht schlecht gestanden. Die Chancen, dass er auf weniger WM-Titel als 2 kommt, allerdings auch nicht schlechter. Die entscheidende Frage wäre gewesen, wer Teamkollege von Häkkinen geworden wäre. Gegen Nigel Mansell hätte er 1992 einen schlechten Stand gehabt. Gegen Alain Prost dagegen, mit dem sogar Damon Hill über einige Phasen der Saison mithalten konnte, hätte Häkkinen eventuell punkten können. Gegen Hill hätte er sich wohl durchsetzen können. Kurzum: 1993 hätte er im überlegenen Williams Renault Weltmeister werden können, 1994 ebenfalls. Hätte er 1993 gegen Prost verloren, hätte Häkkinen sich für 1994 möglicherweise wieder nach einem neuen Team umschauen dürfen. Möglicherweise wäre er dann bei McLaren gelandet, wie in der Realität. Genauso hätte sich McLaren für 1994 aber auch einen anderen Fahrer holen können.
Wäre dann eine Fahrerpaarung Schumacher-Häkkinen möglich gewesen?
Ja! Hätte Williams Häkkinen 1994 mit Senna ersetzt und McLaren einen anderen Fahrer verpflichtet, so hätte Mika Häkkinen durchaus bei Benetton andocken können, aber auch bei Ferrari. Sowohl bei Benetton, als auch bei Ferrari war Schumacher zu diesen Zeiten am Start. Benetton zeigte auch 1996 und 1997 Interesse an einer Häkkinen-Verplichtung. Hätte sich Häkkinen 1992 und 1993 gegen Mansell und Post aber sehr gut geschlagen, hätte Benetton-Teamchef Flavio Briatore 1994 von einer Häkkinen-Verpflichtung abgesehen, immerhin verfolgt der Italiener noch heute als Renault-Teamboss die Philosophie, dass Titelgewinne mit einem absoluten Nr.1-Fahrer leichter zu erreichen sind, als mit 2 gleichwertigen Fahrern. Und Häkkinen wäre Schumacher sicherlich gefährlich nahe gekommen.
Wäre McLaren nun 2 Titel ärmer?
Eine weitere brennende Frage: Wäre Mika Häkkinen nie bei McLaren angedockt, hätte McLaren 1998 und 1999 trotzdem die beiden Fahrertitel gewonnen? Auch diese Frage ist natürlich rein hypothetisch und nicht mehr als Kaffeesatzlesen. Fakt ist aber: David Coulthard war bis Ende 1997 auf einem Niveau mit Häkkinen und auch zwischen 1998 und 2000 war Coulthard oft ähnlich schnell wie Häkkinen. Der Schluss liegt nahe: McLaren hätte sich mit Coulthard zwar schwerer getan, aber das hätte die Dominanz des Teams 1998 auch nicht so offensichtlich gemacht, die FIA hätte womöglich erst später eingegriffen um geniale McLaren-Erfindungen zu verbieten, um die WM spannend zu halten. 1998 hätte Coulthard also gute Chancen gehabt, anders sieht es schon 1999 aus, in der es viele Chaos-Rennen gab, viele unerwartete Sieger, keinen dominierenden Mann. Allerdings: Keiner weiß, wer in dieser Zeit statt Häkkinen bei McLaren gefahren wäre. 1996 und 1997 gab es immer wieder Gerüchte über eine Abwanderung Häkkinens zu anderen Teams wie Benetton oder Jordan. Die Fahrer, die als Ersatz für Häkkinen in Frage kamen, zeigten aber allesamt keine WM-Qualitäten: Mika Salo oder Heinz-Harald Frentzen.

Für die Saison 1993 entschied sich Häkkinen für McLaren Ford (Angebote von Williams und Ligier schlug er aus) und damit musste der Finne zunächst auf die Ersatzbank, den mit Ayrton Senna und Michael Andretti hatte McLaren bereits die Fahrerpaarung komplett. Bis zum Portugal GP musste Häkkinen das jämmerliche F1-Gastspiel von US-Star Andretti mit anschauen, dann sah Teamchef Ron Dennis den Zeitpunkt gekommen, Andretti zurück in die IndyCar-Serie nach Amerika zu schicken und Häkkinen zum Stammfahrer zu befördern. Gleich im ersten Qualifying besiegte er Ayrton Senna. Ayrton Senna war nicht irgendwer. Es war zum einen ein 3-maliger F1-Weltmeister, zum anderen aber bis fast in die Ewigkeit Rekordhalter in Sachen meiste Pole Positions. Erst der nimmersatte Michael Schumacher übertraf seinen 65-Pole-Position Rekord beim Bahrain GP 2006. Senna im Qualifying zu schlagen, war für Häkkinen praktisch wie ein Formel-1 Sieg.

Lange Durststrecke mit McLaren
Häkkinen konnte auch in den darauf folgenden Rennen Highlights setzen, wie Platz 3 beim Japan GP. Hinter Sieger Senna und Williams-Renault-Pilot Alain Prost holte er sich seinen ersten Podestplatz. Dieses Podest muss man sich Mal auf der Zunge zergehen lassen – Senna, Prost, Häkkinen! Die 3 Fahrer holten zusammen sage und schreibe 9 WM-Titel! Prost (4) und Senna (3) hatten ihre WM-Titel damals bereits eingefahren. Das wertete den Erfolg für Häkkinen auf, denn er stand mit den Größten der damaligen Szene auf dem Formel-1-Podest.

So viel versprechend die ersten Rennen mit McLaren waren, so lange dauerte, bis es durchschlagenden Erfolg gab. Mika Häkkinen und McLaren wurden auf eine Geduldsprobe gestellt. Das Jahr 1994 mit den Peugeot-Motoren war grauenhaft, mit Mercedes dauerte es auch seine Zeit, bis McLaren an alte Erfolge anknüpfen konnte. Es gibt mehrere Beweise, welche die lange Durststrecke von Häkkinen zeigen. Als Häkkinen seinen ersten F1-Sieg feierte, war er bereits in seinem 96. Formel-1 Rennen! So viele Rennen brauchte vor ihm noch keiner, bis er seinen ersten F1-Sieg einfuhr. Diesen Negativrekord wurde Häkkinen erst wieder im Jahr 2000 los, als Rubens Barrichello nach 124 F1-Rennen seinen ersten Grand Prix Sieg feiern konnte – bis heute ein Rekord. Es liegt in der Ironie des Sports, dass der heutige Honda Formel-1 Fahrer damals ausgerechnet vor Mika Häkkinen den Deutschland GP gewann.

Die Meisten WM-Rennen bis zum 1. F1-Sieg
1. Rubens Barrichello (BRA), Deutschland 2000: 124
2. Jarno Trulli (ITA), Monaco 2004: 117
3. Jenson Button (GBR), Ungarn 2006: 113
4. Giancarlo Fisichella (ITA), Brasilien 2003: 110
5. Mika Häkkinen (FIN), Europa 1997: 96
6. Thierry Boutsen (BEL), Kanada 1989: 95
7. Jean Alesi (FRA), Kanada 1995: 91
8. Eddie Irvine (GBR), Australien 1999: 81
9. Johnny Herbert (GBR), Großbritannien 1995: 71
10. Riccardo Patrese (ITA), Monaco 1982: 71

Die Wenigsten WM-Rennen bis zum ersten F1-Sieg
1. Giuseppe Farina (ITA), Großbritannien 1950: 1
2. Johnnie Parsons (USA), Indianapolis 1950: 1
3. Giancarlo Baghetti (ITA), Frankreich 1961: 1
4. Juan Manuel Fangio (ARG), Monaco 1950: 2
5. Lee Wallard (USA), Indianapolis 1951: 2
6. Troy Ruttman (USA), Indianapolis 1952: 3
7. Bill Vukovich (USA), Indianapolis 1953: 3
8. Tony Brooks (GBR), Großbritannien 1957: 3
9. Bob Sweikert (USA), Indianapolis 1950: 4
10. Pat Flaherty (USA), Indianapolis 1956: 4

Dass die Ehe Mika Häkkinen/McLaren Mercedes unter der langen Erfolglosigkeit litt, war deutlich sichtbar. Mehrmals stand Häkkinen kurz vor dem Absprung: In der Saison 1996 wurde spekuliert, dass Mika Häkkinen für 1997 zu Benetton Renault wechseln würde. Häkkinen war frustriert, weil ihm McLaren Mercedes kein vernünftiges Paket zur Verfügung stellte. Es gab kurze Gespräche mit Williams, aber Frank Williams wollte sein Team nicht verändern. Die Variante Benetton schien für Häkkinen logischer, denn Benetton war sowohl mit Gerhard Berger, als auch mit Jean Alesi unzufrieden. Letztlich blieb Häkkinen McLaren aber treu. Weil Häkkinen aber nur einen Einjahresvertrag unterschrieben, kamen schnell Gerüchte auf, Häkkinen würde 1998 zu Jordan Mugen Honda wechseln. Für 1999 kam sogar ein Wechsel zu Ferrari in Frage! Luca di Montezemolo arbeitete damals an der Traumpaarung Schumacher-Häkkinen.

Alle 20 F1-Siege von Mika Häkkinen
Europa GP 1997: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Australien GP 1998: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Brasilien GP 1998: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Spanien GP 1998: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Monaco GP 1998: Mika Häkkinen vor Giancarlo Fisichella (Benetton Playlife)
Österreich GP 1998: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Deutschland GP 1998: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Luxemburg GP 1998: Mika Häkkinen vor Michael Schumacher (Ferrari)
Japan GP 1998: Mika Häkkinen vor Eddie Irvine (Ferrari)
Brasilien GP 1999: Mika Häkkinen vor Michael Schumacher (Ferrari)
Spanien GP 1999: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Kanada GP 1999: Mika Häkkinen vor Giancarlo Fisichella (Benetton Playlife)
Ungarn GP 1999: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Japan GP 1999: Mika Häkkinen vor Michael Schumacher (Ferrari)
Spanien GP 2000: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Österreich GP 2000: Mika Häkkinen vor David Coulthard (McLaren Mercedes)
Ungarn GP 2000: Mika Häkkinen vor Michael Schumacher (Ferrari)
Belgien GP 2000: Mika Häkkinen vor Michael Schumacher (Ferrari)
Großbritannien GP 2001: Mika Häkkinen vor Michael Schumacher (Ferrari)
USA GP 2001: Mika Häkkinen vor Michael Schumacher (Ferrari)

Häkkinen rast dem Tod davon: Australien 1995
Zurück in die Saison 1994: Die Saison war geprägt von Ausfällen, und bei den Ausfällen war es zumeist ein Motorschaden. Beendete Häkkinen aber das Rennen, was immerhin 7-mal der Fall war, wurde es 6-mal ein Podestplatz. Das ist keine schlechte Statistik, die Häkkinen nämlich immerhin einen 4. Platz in der Weltmeisterschaft brachte. Die Saison 1995 war da schlechter. Und es sollte auch eine erschreckende Saison für Mika Häkkinen werden, in der er haarscharf dem Rennfahrertod entkam. Und das Haar war extrem dünn. Nach dem die Saison eh eher mau lief, mit nur zwei 2. Plätzen, war der Australien GP der klare Tiefpunkt.

Der Unfall war heftig: Nahezu ungebremst krachte Häkkinen nach einem Reifenplatzer in die Reifenstapel. Der Kopf des Finnen schlug dabei derart heftig auf das Lenkrad auf, dass Häkkinen sich die Nase brach. Als Häkkinen aus dem Wrack geboren wurde, war der Blick auf den Finnen schauderhaft: Sein Gesicht war blutverschmiert. Doch das war nicht das größte Problem: Tatsächlich entkam Häkkinen nur knapp dem Tod. Häkkinen verschluckte beim Aufprall nämlich die Zunge, ferner erlitt er eine Schädelfraktur. Nur ein Luftröhrenschnitt konnte Häkkinen das Leben retten, das bestätigte auch sein Teamchef Ron Dennis. Der Luftröhrenschnitt wurde von Jereme Lockings und Steve Lewis durchgeführt, die bereits 15 Sekunden nach dem Aufprall am Unfallort eintrafen. Man stellte sich auf eine lange Genesungspause von Mika Häkkinen ein. Deshalb arbeitete Dennis auch daran, Alain Prost als Ersatz für Häkkinen für die Saison 1996 zu verpflichten. Kaum jemand bei McLaren Mercedes glaubte, dass Häkkinen für den Saisonstart wieder fitt werden würde.

Doch Mika Häkkinen war beim Saisonauftakt 1996 wieder dabei – als Fahrer des McLaren Mercedes MP4/11. Dass der Auftakt der neuen Saison ausgerechnet in Australien stattfand, störte ihn nicht. Immerhin wurde nun ja in Melbourne gefahren statt in Adelaide. Die Saison war ganz respektabel. Mit Platz 5 in Australien zeigte Häkkinen, dass er sich von seinem schweren Unfall nicht einschüchtern ließ. Er sammelte weiterhin fleißig Punkte und kam am Ende auf Platz 5 in der Weltmeisterschaft. Und in der Saison 1997 gab es dann den angesprochenen ersten F1-Sieg für Häkkinen. Beim skandalösen Europa GP in Jerez, bei dem Ferrari-Pilot Michael Schumacher im WM-Kampf mit Jacques Villeneuve (Williams Renault) von der Strecke rammen wollte, gewann Häkkinen allerdings unter glücklichen Umständen: Villeneuve und Häkkinens Teamkollege David Coulthard ließen ihn überholen.

Häkkinen wird Doppelweltmeister
1998 war der McLaren Mercedes über Strecken überlegen. Nur das Eingreifen der FIA brachte Teams wie Ferrari etwas näher an McLaren heran. Die krassen neuen Regeländerungen konnte McLaren einfach am besten umsetzen, dazu waren die Bridgestone-Reifen klar besser als die Goodyear-Walzen mit denen sich Ferrari herumschlagen musste. Zudem hatte Häkkinen Teamkollege Coulthard im Griff: Er wurde Weltmeister.

1999 musste Mika Häkkinen seinen WM-Titel verteidigen. Obwohl McLaren Mercedes 1998 abseits der Strecke oft ausgebremst wurde, wurde die Titelverteidigung 1999 schwierig. Häkkinen machte ungewohnt viele Fehler, McLaren Mercedes war zudem nicht mehr ganz so dominant. Der schärfste Rivale verabschiedete sich aber mit einem Beinbruch aus dem Titelrennen: Michael Schumacher. Dessen Ferrari-Teamkollege Eddie Irvine erschwerte Häkkinen mehr schlecht als recht den Kampf zwar noch, aber letztlich verteidigte Häkkinen seinen Titel und wurde damit zum 2. Mal F1-Weltmeister. Damit ist der am 28. September 1968 geborene Finne gleichzeitig der bislang beste Finne in der Formel-1.

AUSFÜHRLICHE RÜCKBLICKE AUF DIE SAISONS 1998 UND 1999 GIBT ES BEI HISTORY-> JAHRESRÜCKBLICKE.
DIE ULTIMATIVE LÄNDERSTATISTIK DER FINNEN FINDEN SIE BEI HISTORY -> SONSTIGES

Häkkinens Seuchenjahr 2001
In der Saison 2000 verlor Mika Häkkinen also den WM-Titel. 2 Motorschäden zu Beginn der Saison warfen Häkkinen weit zurück, während der Kontrahent Michael Schumacher 4 Siege in Folge feiern konnte. Doch in der Mitte der Saison schlug das Pendel deutlich Richtung Häkkinen. Er gewann einige Rennen, während Schumacher 2-mal bereits am Start ausschied. Erst in einem spektakulären Schlussspurt konnte Schumacher das Blatt wieder wenden. Nicht Häkkinen holte 2000 seinen 3. WM-Titel, sondern Schumacher. Doch lieber eine Niederlage im Titelkampf, als ein solches Jahr voller Pleiten, Pech und Pannen, wie es die Saison 2001 war, die letzte F1-Saison für Mika Häkkinen.

Das Problem damals: Die Traktionskontrolle samt Startautomatik kehrte 2001 wieder zurück. McLaren Mercedes kam damit jedoch nicht so wirklich gut zurecht. Fast bei jedem Start wedelte ein McLaren-Pilot aufgeregt mit den Händen, was bedeutete, dass der Motor abgestorbnen war, der McLaren Mercedes bewegte sich am Start nicht vom Fleck. Das hatte die Konsequenz, dass sie an das Ende des Feldes zurück mussten. An Gewinnen war dann selbstverständlich nicht mehr zu denken. Doch es war ja nicht immer so. Aber wenn mal nicht, kam anderes Pech dazu, wie in Barcelona, als Häkkinen in der letzten Runde in Führung liegend ausschied! Das tat Häkkinen weh, das war bitter. Das absolute Highlight war der USA GP. Wenige Tage vor dem Rennen erklärte Häkkinen den Rücktritt und ausgerechnet dieses Rennen konnte er für sich entscheiden. Spätestens jetzt, am Ende seiner Karriere, hatte er fast alle Formel-1 Fans auf aller Welt in sein Herz aufgenommen und sie ihn.

F1-WM-Statistik: Mika Häkkinen
7197
Führungskilometer (Rang 9 in der ewigen Bestenliste)
420 WM-Punkte (Rang 11)
161 Rennen (Rang 20)
51 Podestplätze (Rang 11)
39 Starts aus der Ersten Reihe (Rang 9)
26 Pole Positions (Rang 7)
25 Schnellste Rennrunden (Rang 6)
20 Siege (Rang 12)
5 Tripples (Rang 7)
4-Mal knapp außerhalb der Punkte (Rang 57)
2 WM-Titel (Rang 9)
2 Nichtqualifikationen (Rang 139)
1 Disqualifikation (Rang 32)
Pole Position Quote: 15,758% (Rang 22)
Siegquote: 12,422% (Rang 23)
Durchschnittliche Startposition: 7,178 (Rang 40)
Durchschnittliche Rückstand auf Pole Position: 2,412% (Rang 69)
Ausfallquote: 37,267% (Rang 98)
GP für Teams
1. McLaren (1993-2001): 131 GP
2. Lotus (1991/’92): 30 GP

Lange Zeit wollte Häkkinen der Welt verklickern, dass es nur ein Jahr Auszeit wäre, eine Babypause quasi. Doch bald wurde klar: Er hat sich für immer aus der Formel-1 zurückgezogen. Für immer bis 2004. Dann weckte kein geringerer als Frank Williams wieder Rennambitionen in Häkkinen: Nach dem Ralf Schumacher Unfall suchte Frank Williams fieberhaft nach einem Ersatzfahrer, noch für die Saison 2004. Williams hatte die Handynummer von Mika Häkkinen, also ruf er in Finnland an. Häkkinen lehnte das Angebot für 2004 ab. Für 2005 hatte er Interesse, aber ein Comeback noch 2004 war unmöglich. Der Finne war zu wenig trainiert. Aber den Anruf weckte Comebackgelüste und so verhandelte er auch mit BAR Honda für ein Vertrag für 2005. Doch Häkkinen hatte noch einen Werbevertrag mit McLaren Mercedes. Also wechselte Häkkinen zu Mercedes in die DTM.

Häkkinen fährt in der DTM hinterher
2005 feierte Mika Häkkinen also den Einstand in der DTM. Er war natürlich der Publikumsliebling, das Publikumsmagnet. Häkkinens Engagement tat vor allem der DTM gut. Doch auch der ehemalige F1-Weltmeister musste erkennen, dass Tourenwagenrennen ganz anders sind als Formel-Rennen. In den 31 Rennen, die Häkkinen bis zu seinem endgültigen Rücktritt Ende 2007 fuhr, erreichte er 3 Siege, 3 Poles, und 77 Punkte.

Alle DTM-Siege von Mika Häkkinen
Spa 2005: Häkkinen vor Mathias Ekström (Abt Audi)
Lausitz 2007: Häkkinen vor Paul die Resta (Persson Mercedes)
Mugello 2007: Häkkinen vor Mathias Ekström (Abt Audi)

Im Winter nach der F1-Saison 2006 testete Mika Häkkinen wieder einen F1-McLaren Mercedes. Bei McLaren war kein Platz mehr, aber Gerhard Berger wollte Häkkinen zu Toro Rosso Ferrari holen, weil er mit seinen Fahrern, Vitantonio Liuzzi und Scott Speed, unzufrieden war. Letztlich war Häkkinen zu alt für ein F1-Comeback.

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