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Serie: Formel-1 - Amerikanische F1-Teams: 2. Die Privatiers

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Amerikanische F1-Teams: 2. Die Privatiers

von Michael Zeitler

Bis in die 70er Jahre fuhren immer wieder Fahrer mit privaten F1-Boliden bei F1-Rennen mit, so auch Fahrer aus Amerika. Im zweiten Teil unserer Serie über amerikanische F1-Teams geht es um genau diese Privatiers.

| Charlotte (!NS!DE RAC!NG) - Bis in die 70er Jahre hinein war es üblich, dass sich einige Fahrer Rennwagen und Rennmotoren käuflich erwarben und unter eigenem Namen einsetzten. Das Team hieß damit genauso wie der Fahrer selbst. Oftmals hatten die Fahrer auch eine Hand voll Mechaniker zur Seite. Auch aus ein paar US-Amerikaner meldeten sich privat zu F1-Renner. Beim Belgien GP 1952 beispielsweise fuhr Robert O’Brien einen Simca Gordini auf den 14. Platz. Es war das einzige Rennen in der Fahrermeisterschaft für O’Brien. Gleich bei 5 Rennen setzte Harry Schell einen Maserati 1954 bei GP-Rennen im Rahmen der WM privat ein und war damit auch erfolgreicher als Pummelchen O’Brien: Beim Argentinien GP raste er auf Rang 6 (damals gab’s dafür allerdings noch keine Punkte), für den Spanien GP qualifizierte er sich als 4. (dann auch in einem Maserati F250 statt einem Bastler-Maserati zuvor). Harry Schell konnte aber noch mehr: Beim Holland GP 1958 war nur Stirling Moss besser als der BRM-Pilot Schell.

Anders als O’Brien oder Schell setzte Temple Buell privat Maserati-Renner für andere Fahrer ein, 1958 auch bei 3 Rennen in der Formel-1. Carroll Shelby und Masten Gregory waren dabei gar nicht mal so unerfolgreich: Beim Italien GP wurde Gregory sogar 4. Temple Buell war ein Architekt aus Denver, der einige Rennwagen in seinen Besitz nahm und damit einige Fahrer bei verschiedenen Rennen meldete, nicht selten auch in Zusammenarbeit mit John Edgar. Phil Cade meldete beim USA GP 1959 einen Maserati, qualifizierte sich auch als 18., musste wegen Motorenprobleme auf den Start aber verzichten. Harry Blanchard meldete sich unter Blanchard Automobiles für den USA GP 1959, den er auch als 7. recht weit vorne beenden konnte. Für Blanchard war es der einzige Grand Prix, dafür scheute er dafür aber keine Mühe: Zusammen mit Karl Kaihofer baute er aus einem Porsche-Sportwagen einen F1-Renner. Ein Jahr später verunglückte er beim 1000 Kilometerrennen in Buenos Aires in einem Werks-Porsche nach einer Kollision mit Heini Walter tödlich.

Fred Armbruster setzte immer wieder Rennwagen für Pete Lovely ein, so auch beim USA GP 1960. Im Cooper Ferrari wurde Lovely 11. Armbruster war in gewisser Maßen der Sponsor von Lovely, kaufte sich auch viele Rennwagen, die dann von Pete Lovely gefahren wurden. Dazu zählt auch der Cooper T45. Den Ferrari-Motor dazu kaufte er John von Neumann ab, der unmittelbar mit Ferrari und Porsche im Zusammenhang mit amerikanischem Motorsport steht und besonders bei Bergrennen Erfolg hatte, und passte ihn ans F1-Reglement an. 9 Jahre später tauchte Pete Lovely neuerlich in der Formel-1 auf – dieses Mal meldete er privat einen Lotus Ford. In seinem Teamnamen baute er noch Volkswagen mit ein, wodurch man aber nicht auf eine Beteiligung von VW schließen sollte. Stattdessen war Lovely nur ein VW-Händler in Amerika und reiste mit einem VW-Bus zu den Rennen. Von 1969 bis 1971 setzte er den Lotus Ford 49 in insgesamt 6 Rennen in der WM ein, baute ihn immer wieder etwas um und erreichte mit Rang 7 beim Kanada GP 1969 sein bestes Resultat.

Beim USA GP 1960 gab es aber noch einen weiteren Privatier: Joe Lubin setzte den für Kunden so beliebten Maserati 250F mit Bob Drake als Fahrer ein und erreichte Rang 13. Es war das letzte Mal, dass ein Maserati F250 in der F1-WM auftauchte. Lubin, der in Kanada von russischen Eltern geboren wurde, kam mit 6 Jahren in den US-Bundesstaat Kalifornien und rundete mit dem F1-Rennen seine Motorsportkarriere ab. Für John Cooper verkaufte er im Wilden Westen einige Cooper-Rennwagen, nachdem er erfolglos selbst bei Midget-Rennen unterwegs war. Immer wieder setzte er einige seiner Boliden für Fahrer in verschiedenen Rennen ein. Von 1960 bis 1962 meldete Jim Hall jeweils beim USA GP einen Lotus Climax, 1962 ging er aber wegen Motorenprobleme nicht mehr an den Start. 1960 steuerte der durch das Öl-Geschäft reich gewordene Hall seinen Lotus Climax 18 auf den 7. Platz. 1963 kam er bei British Racing Partnership unter und steuerte den Lotus BRM beim Deutschland GP zu seinem besten F1-Resultat (Rang 5). Berühmter als durch seine Einsätze in der Formel-1 wurde Jim Hall durch seine Chaparral-Rennwagen, die in Amerika die Sportwagen-Szene revolutionierte. Gemeinsam mit Hap Sharp hatte Hall viele Erfolge im Motorsport. Deshalb wurde Sharp auch Teilhaber im Chaparral-Projekt. Auch Sharp meldete sich privat zu 2 F1-Rennen: Mit einem Cooper Climax T53 wurde er beim USA GP 1961 10. und 11. beim USA GP 1962. Sharp, der 1993 Suizid beging, fuhr 1963 für Reg Parnell Racing und 1964 für Rob Walker Racing noch insgesamt 4 Rennen und erzielte in Mexiko 1963 mit Platz 7 sein bestes F1-Resultat.

J Frank Harrison setzte 1961 beim USA GP einen Lotus Climax für Lloyd Ruby ein, der schon 1960 beim Indy 500 mitfuhr und damit in der Formel-1 Erwähnung fand, nachdem das Indy 500 von 1950 bis 1960 ein Teil der F1-Meisterschaft war, obwohl sich kaum F1-Teams für das berühmte Nudeltopfrennen interessierten. Das kam ironischerweise erst in den 60er Jahren. Ruby, der im März 2009 einem Gehirntumor erlag, kam beim USA GP 1961 nicht ins Ziel. Frank Harrison tauchte in der Formel-1 nur das eine Mal auf, baute in Amerika aber noch ein paar eigene Rennwagen zusammen. Beim USA GP 1961 meldete John M Wyatt III einen Cooper Climax T53. Wyatt, dessen Familie bereits bei Bergrennen sich einen Namen machte, heuerte für diesen Einsatz keinen geringeren als Roger Penske an. Penske ist mittlerweile einer der erfolgreichsten Teambesitzer in Amerika, brachte sein Penske-Team von 1974 bis 1976 auch in der Formel-1 an den Start. Beim Mexiko GP 1963 meldete sich Frank Dochnal mit einem Cooper Climax T53, verunfallte damit aber im Training und konnte im Rennen selbst nicht mehr antreten. Dochnal, der davor bereits einige Midget-Rennen fuhr, war bereits 42 Jahre alt. Nach dem Unfall hing er den Helm an den Nagel und wurde Mechaniker im Team von JC Agajanian.

Beim Kanada GP 1967 fuhr Mike Fisher in einem privaten Lotus BRM auf den 11. Platz. Auch beim Mexiko GP hatte Fisher vor anzutreten, konnte aber wegen eines technischen Defekts das Rennen von seinem herausgefahrenen 18. Startplatz aber nicht wahrnehmen. Auch Tom Jones meldete sich beim Kanada GP, schaffte mit seinem Cooper Climax aber nicht die Qualifikation für das Rennen. Jones, der in der Formel-5000 vor seinem F1-Versuch, sowie von 1973 bis 1976 auch in Amerika in der Formel-5000 einige Rennen fuhr (unter anderem mit einem McLaren und einem March), stand somit bei keinem F1-Rennen in der Startaufstellung. John Maryon meldete von 1967 bis 1969 jeweils beim Kanada GP immer einen Eagle Climax für Lokalmatador Al Pease. Unterstützt wurde der Einsatz vom Ölunternehmen Castrol. Erfolg hatte Pease nicht: 1969 wurde er sogar disqualifiziert, weil er zu langsam war – einmalig in der GP-Geschichte! Maryon war wie Castrol eigentlich nur Sponsor des Teams. Den Einsatz leitete das Centennial-Team, das Al Pease gemeinsam mit Bob Hanna und Paul Wilson 1967 aus der Taufe hob und auch in Amerika einige Rennen fuhr. Beim USA GP 1970 fuhr Gus Hutchison mit einem privaten Brabham Ford mit. Der US-Amerikaner, der jahrelang auch erfolgreich in der Formel-5000 fuhr, kam aber nicht über die Renndistanz. Ein Anwalt aus Philadelphia, Gene Mason, kaufte sich einen March Ford 711 und setzte diesen für Skip Barber 1971 und 1972 bei 5 F1-Rennen ein, bei einem weiteren verpasste Barber die Qualifikation fürs Rennen. Nur beim USA GP 1972 erreicht man als 16. das Ziel. 1972 und 1973 setzte Gene Mason für Barber einen March Chevrolet in der Formel-5000 ein. 1970 fuhr er in einem Tecno BRM selbst in der F5000 mit.

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