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Serie: Formel-1 - Amerikanische F1-Teams: 5. Scarab

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Amerikanische F1-Teams: 5. Scarab

von Michael Zeitler

Lance Reventlow stammt aus einer berühmten und reichen Familie. 1960 sorgte er für den ersten richtigen F1-Boliden aus Amerika.

| Charlotte (!NS!DE RAC!NG) - In der heutigen Zeit sind Millionäre als F1-Teambesitzer nichts Besonderes mehr: Da gibt es den Inder Vijay Mallya, oder den Österreicher Dietrich Mateschitz. In den frühen 60er Jahren war das aber sehr wohl noch was Besonderes und als Lance Reventlow ein F1-Projekt ankündigte, wurde dies mit Eifer verfolgt. Reventlow stammte aus einer reichen Familie, er war Urenkel von Winfield Woolworth, der in Amerika einer der größten Kaufhausketten auf die Beine stellte. Trotz des Reichtums hatte Reventlow keine schöne Kindheit: Schon früh wurde der Inhaber der dänischen Staatsbürgerschaft entführt, später wurde sein Vater gewalttätig, die Ehe seiner Eltern scheiterte.

Mit dem Geld seiner Vorfahren finanzierte sich Reventlow aber auch seine Hobbys, eines davon war die Rennfahrerei. In den 50er Jahren kaufte er sich einen Cooper-Rennwagen und einen Maserati-Motor und fuhr einige F2-Rennen. Auch bei Sportwagenrennen war er zugegen. Als Rennfahrer machte er eine ganz passable Figur, aber Reventlow hatte größere Pläne. Er gründete sein eigenes Team, das zunächst vor allem in Amerika Sportwagen baute. Ihn drückte es aber auch in den Formel-Sport. 1959 gab er an Dick Troutman und Dick Bames den Auftrag einen F1-Boliden für sein Team zu konstruieren. Wie alle seine Rennwagen nannte sich auch der F1-Renner von Reventlow Scarab. Auch einen eigenen 2,4 Liter, 4 Zylinder-Reihenmotor ließ sich Reventlow bauen, verpflichtet dafür keinen geringeren als den Konstrukteur der legendären Offenhauser-Motoren Leo Goosens. Offenhauser dominierte in den 50er Jahren die IndyCar-Szene und sorgte damit auch für einige F1-Siege, nachdem das Indy 500 in 50er Jahren Teil der F1-Meisterschaft war.

Chuck Daigh unterstützte Lance Reventlow mit seinem F1-Projekt. Es war also kein Wunder, dass Daigh 1960 auch einer der Fahrer wurde. Der zweite Pilot war Reventlow selbst. Die F1-Karriere des Teams war nicht von Erfolg geprägt: Weder Daigh, noch Reventlow konnten sich beim Monaco GP qualifizieren. In Holland verhinderten Streitereien mit den Organisatoren einen GP-Start, beim Belgien GP schieden beide durch Motorschaden aus. Motorenprobleme gab es auch in Frankreich, und zwar schon im Training, und zwar dermaßen heftig, dass beide Autos im Rennen letztlich nicht starteten. Neben Daigh fuhr dieses Mal Richie Ginther einen der beiden Scarabs. Nach dem Rennen verließ Ginther das Team wieder – mit einem vernichtenden Urteil über die Scarab-Boliden. Deshalb stoppte Reventlow das F1-Projekt auch, auch wenn Daigh beim USA GP noch einmal antrat. Dieses Mal hielten sowohl Auto, als auch Motor: Daigh wurde 10.

Lance Reventlow kam übrigens nicht von Ungefähr zur Leidenschaft Motorsport. Sein Stiefvater Igor Troubetskoy infizierte Reventlow mit dem Motorsport-Virus. Der Russe war 1948 der erste, der einen GP-Boliden namens Ferrari jemals in einem GP-Rennen einsetzte, nachdem die Scuderia Ferrari zuvor seit Jahren bereits GP-Renner für Alfa Romeo konstruierte. Troubetskoy gewann 1948 auch den Sportwagen-Klassiker Targa Florio. Die Scarab-F1-Renner wurden 1961 und 1962 noch in der Formel-Libre eingesetzt. Fahrer war unter anderem Chuck Daigh, der in der IndyCar unter dem Pseudonym Charles George fuhr. Einer der Scarab-F1-Renner ist heute im Besitz von Don Orosco und wird noch immer in historischen Rennen gefahren.

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