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Serie: Formel-1 - Amerikanische F1-Teams: 9. All American Racers

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Amerikanische F1-Teams: 9. All American Racers

von Michael Zeitler

Die amerikanische Rennlegende Dan Gurnmey brachte von 1966 bis 1968 einen amerikanischen Rennstall in die Formel-1: All American Racers. Deren Eagle-Renner haben Kultstatus.

| Charlotte (!NS!DE RAC!NG) - Der Belgien GP 1967 ist in die Geschichte des amerikanischen Motorsports eingegangen. Freilich, als das Indy 500 von 1950 bis 1960 noch zur F1-Meisterschaft zählte, gewann jedes Jahr ein amerikanisches Team in der Formel-1. Doch klammert man die IndyCar-Teams aus, so gewann in Belgien 1967 erstmals ein amerikanisches F1-Team einen Grand Prix, der auch WM-Status hatte: Es war das Team All American Racers von Dan Gurney. Am Steuer des Eagle Weslake T1G saß passenderweise kein Geringerer als Gurney himself. Nach All American Racers schafften es nur noch Penske (John Watson, Österreich 1976) und Shadow (Alan Jones, Österreich 1977) als amerikanische Teams in der Formel-1 Rennen zu gewinnen. Beim Frankreich GP 1921 gewann der US-Amerikaner James Anthony Murphy mit einem amerikanischen Rennwagen (Duesenberg) und einem amerikanischen Team (jenes von Albert Champion) einen Grand Prix, aber damals war von einer Meisterschaft noch nichts in Sicht.

All American Racers ist oft auch als Eagle-Team bekannt. Das liegt daran, dass alle Rennwagen, egal ob in der Formel-1, in der IndyCar oder bei den Sportwagen, von All American Racers (kurz AAR) Eagle genannt wurden. Das Team lebte 35 Jahre, wurde nämlich 1964 von Dan Gurney und Carroll Shelby gegründet und löste sich nach der IndyCar-Saison 1999 auf. 2002 wollte Gurney mit dem ehemaligen amerikanischen F1-Weltmeister Phil Hill das Team für die Formel-1 reaktivieren. Im Rahmen des USA GP liefen Übernahmegespräche mit dem Arrows-Team, unterstützt vom österreichischen Getränkehersteller Red Bull, der mit einem amerikanischen Team den US-Markt erobern wollte. Zum All American Racing Team kam es aber nie, auch wenn Ken Anderson und Peter Windsor genau diesen Gedanken für die Saison 2010 aufgreifen und umsetzen wollen. So ganz amerikanisch war auch das AAR-Team nicht: Zwar war der Hauptsitz in Kalifornien, allerdings ließ sich AAR die Motoren vom Briten Harry Weslake konstruieren und hatte für die Formel-1 einen Sitz in Großbritannien. Das GP-Team bestand allerdings nur von 1966 bis 1968, dann konzentrierten sich Gurney und Shelby auf Amerika.

Die Teamgründer Dan Gurney und Carroll Shelby waren selbst Rennfahrer und fuhren auch in der Formel-1. Pikanterweise tauchte Gurney auch noch bei F1-Rennen als Fahrer auf, als sein All-American-Racers-Team sich bereits wieder zurückgezogen hatte. Daniel Sexton Gurney, wie er voll heißt, kam 1959 bei Ferrari in die Formel-1. Bei den 4 Rennen, die Gurney in der WM fuhr, fuhr er 2 Mal aufs Podest und wurde am Ende noch 7. in der Gesamtwertung – Gurney, in Amerika längst schon eine Rennlegende, hatte Talent. Bei BRM konnte er 1960 dieses Talent nicht ausspielen: Nur 2 Mal kam er ins Ziel, jeweils als 10. Es folgten 2 Jahre als Werkspilot bei Porsche, mit dem Sieg im französischen Grand Prix des Jahres 1962. Brabham war seine letzte Anlaufstation, bevor er mit seinem eigenen Team in die Formel-1 kam. Dabei gewann er 1964 gleich 2 Rennen, 1965 war er WM-4. 1970 fuhr er noch mal 3 Rennen für McLaren, nachdem dort mit Teddy Meyer ein amerikanischer Teamchef das Ruder im britisch-neuseeländischen Team übernahm. Auch in der IndyCar-Serie, dem amerikanischen Pendant zur F1, konnte Gurney Rennen gewinnen. Beim Indy 500 fuhr er mit seinen eigenen Rennwagen 1968 und 1969 jeweils auf den 2. Platz. Carroll Shelby, bis 1970 Mitbesitzer von AAR, fuhr immerhin 8 Rennen in der F1-WM. Die 8 Rennen verteilten sich jeweils zur Hälfte auf die Saison 1958 und 1959. Zunächst fuhr er 4 Rennen mit Kunden-Maserati, zuerst bei der Scuderia Centro Sud, dann im amerikanischen Team von Temple Buell. Zweimal wurde er 9. 1959 fuhr er für Aston Martin und wurde beim Portugal GP 8.

Nachdem das AAR-Team also 1964 aus der Taufe gehoben wurde, startete es 1965 beim ersten Rennen, natürlich gleich im amerikanischen Rennen schlechthin, dem Indy 500. dabei setzte man noch auf einen Lotus-Kundenrennwagen, erst für 1966 baute man eigene Rennwagen. Auch hier führt der Weg über Lotus, denn Gurney und Shelby verpflichteten den erfolgreichen Lotus-Konstrukteur Len Terry. Die ersten 5 Rennen der GP-Saison 1966 absolvierte Gurney noch im Alleingang für AAR. Dabei wurde er beim GP von Frankreich immerhin 5. Ab dem Italien GP setzte das Team einen 2. Eagle ein, zunächst für Phil Hill, dann für Bob Bondurant. Das Problem der Eagle-Renner: Sie waren zwar verdammt schnell, aber auch verdammt unzuverlässig. Das zeigte sich auch 1967: Nur zweimal kam ein AAR-Pilot ins Ziel (jeweils Gurney), beides Male ging es aber dafür aufs Podium. Neben dem bereits erwähnten Sieg in Belgien gab es noch einen 3. Platz beim Kanada GP. Auch Richie Ginther, Bruce McLaren und Ludovico Scarfiotti fuhren fallweise für All American Racers. 1968 fuhr nur noch Gurney, zum Schluss sogar mit Kundenfahrzeugen von McLaren. Rang 4 im Heimrennen in Amerika blieb dabei die beste Ausbeute.

Danach erkannte Gurney: Die Formel-1 kostet zu viel Geld. Stattdessen wurde AAR in der IndyCar zu einer großen Nummer, die Eagle-Renner gewannen in den 60er und 70er Jahre insgesamt 51 IndyCar-Renner, darunter auch 1968 und 1975 das 500 Meilenrennen von Indianapolis – mit Bobby Unser am Steuer. 22 Siege gehen dabei auf das Konto von AAR selbst, auch ein Formel-5000-Rennen konnte AAR gewinnen. Den letzten IndyCar-Sieg für AAR gab es 1981 mit Mike Mosley in Milwaukee vor Kevin Cogan in einem Phoenix Ford und Mario Andretti in einem Wildcat Ford. Von 1987 bis 1995 ruhte das IndyCar-Projekt von AAR, startete erst 1996 wieder – mit Motoren von Toyota. Die Wiederbelebung war nicht erfolgreich und wurde deshalb Ende 1999 wieder aufgegeben.

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